Und der Rest ist dann Liebe

Redaktion, 10. April 2007, 23:38
  • Bereits an der Tankstelle wartet erhebliches Sparpotenzial.
    foto: apa

    Bereits an der Tankstelle wartet erhebliches Sparpotenzial.

  • Ein kleiner Anfang: Biodiesel.
    foto: apa/rumpenhorst

    Ein kleiner Anfang: Biodiesel.

Sparsameres Autofahren: Vernünfiger Umgang mit dem Gaspedal ist Pflicht, doch ein Blick in die Betriebsanleitung der Autos hilft auch

Autofahren ist teuer geworden. Das betrifft nicht nur die ständig steigenden Kosten für Versicherung und Werkstattaufenthalt. Vor allem geht es um den Sprit. So zahlte man in Deutschland vor zehn Jahren gleich viel für den Kraftstoff wie heute - allerdings in D-Mark. Wer sparen will, kann schon an der Tankstelle beginnen, aber groß ist das Einsparungspotenzial dort nicht, außer Sie haben bis jetzt - aus Liebe zum Automobil vielleicht - zu teures Benzin getankt.

Eine Frage der Oktan

Sehen Sie also in der Betriebsanleitung nach, ob Ihr Auto wirklich 95 oder gar 98 Oktan benötigt. Vielleicht kommen Sie ja auch mit 91 Oktan aus. Denn wenn ein Motor auf 91 Oktan ausgelegt ist, dann ist es völlig sinnlos, zu einer teureren Sorte zu greifen. Manchmal wird man zum Sparen sogar gezwungen. Aufgrund des hohen Dieselanteils bieten der heimischen Flotte viele Tankstellen zwar zwei Sorten Diesel an, aber kein 98-oktaniges Benzin.

Gott sei Dank sind auch hochgezüchtete Motoren, die 98 Oktan benötigen, mit einer Klopfregelung ausgestattet, sodass sie notfalls auch 95 Oktan vertragen. Das ist jedoch mit einem Leistungsverlust verbunden, den man aber eh nicht spürt.

Geringer Nutzen

Eine wichtige Frage ist, ob man von einem höherwertigen Kraftstoff auch einen Nutzen hat. Es gibt nämlich Benzinsorten, die mehr als 98 Oktan haben, teurer sind und an manchen Tankstellen das 98-oktanige Benzin ersetzen. Der unmittelbare Nutzen für die Kunden ist vernachlässigbar gering. Zwar können die Mineralölkonzerne positive Effekte bei der Abgasqualität und im Leistungsverhalten nachweisen. Aber sie sind so gering, dass sie nur auf dem Prüfstand zu erkennen sind.

Wer also scharf kalkuliert, wird seinem Motor nur so viel Qualität gönnen, wie dieser einfordert. Der Rest ist dann nur mehr Liebe. Ähnliches gilt auch für den höherwertigen Dieselkraftstoff. Er bringt zwar etwas für die Umwelt, für den einzelnen Autofahrer ist aber kein Vorteil spürbar.

Polen verweigern

Dass dem Dieselkraftstoff mittlerweile fünf Prozent Rapsmethylester beigemengt wird, sollte eigentlich der Landwirtschaft nützen. Allerdings agiert der freie Markt etwas anders, als sich die EU dies vorgestellt hat.

Die österreichische Landwirtschaft ist gar nicht in der Lage, so viel Raps anzubauen, wie dafür notwendig wäre - jedenfalls derzeit. Und die polnischen Bauern weigern sich aus ethischen Gründen, Raps anzubauen, der am Ende nicht zu Lebensmitteln, sondern zu einem Heizmaterial verarbeitet wird.

So wird das Rapsöl eben überwiegend aus Entwicklungsländern importiert - mit entsprechend langen Transportwegen.

Was die Beimengung sonst bringt? Es ist ein gewisser zusätzlicher Aufwand damit verbunden. Dass der Dieselpreis deshalb nicht sofort in die Höhe geschnellt ist, liegt daran, dass ein Teil des Aufwandes vom Staat abgefangen wird, indem der Anteil an Rapsöl im Diesel von der Mineralölsteuer befreit ist. Aber es wäre ein Wunder, wenn die Mineralölfirmen den Mehraufwand längerfristig nicht doch an die Kunden weitergeben würden. Immerhin: Die Beimengung des Rapsöls bringt keine Nachteile für den Motor und geringfügige Vorteile für die CO-Bilanz, aber wirkliches Sparen und Umweltschonen beginnt nicht an der Tankstelle, sondern an der Kreuzung.

Vorausschauend fahren

Das Einsparungspotenzial alleine durch vernünftigen Umgang mit dem Auto ist gewaltig - und es nützt der Umwelt. Es gibt keine andere Möglichkeit, gleich zwanzig Prozent Sprit zu sparen, außer vorausschauend zu fahren, früh in einen höheren Gang zu schalten und möglichst wenig zu bremsen. Das schont auch das Geldbörsel, indem man so deutlich höhere Kilometerleistungen auf die Reifen fahren kann und seltener Bremsklötze wechseln muss.

Die Tipps klingen zwar recht banal, aber man kann es nicht oft genug betonen. Falscher Reifenluftdruck kann auch an erhöhtem Verbrauch schuld sein. Wenn es draußen nämlich kälter wird, sinkt der Luftdruck naturgemäß etwas ab. Und nicht vergessen: Die Klimaanlage kann man um diese Jahreszeit ausschalten. Sie kostet nämlich auch Sprit. Das kann ein Liter auf 100 Kilometer und mehr sein. Man kann sie ja bei Regenwetter vorübergehend einschalten, um den Innenraum zu entfeuchten. Noch ein wichtiger Tipp dazu: Allerdings sollten Sie nach dem Abschalten das Auto nicht sofort stehen lassen, weil sich sonst Kondenswasser ablagert, das zu Schimmelbildung führen kann. (Rudolf Skarics, AUTOMOBIL)

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12 Postings
Vorausschauend fahren ???

Was nützt mir das vorausschauende Fahren, wenn jeder Idiot von Fußgänger - er ist nämlich "im Recht" - mich und 15 bis 20 andere Kfz. und LKW von 50 Km/h auf 0 herunterbremsen darf, zu einem Stop von 30 bis 40 Sekunden (mit entsprechenden Leerlauf-Abgas-Anfall) zwingt weil natürlich die Handynachricht, daß die vorletzte Lebensgefährtin jetzt DOCH NICHT VON IHM Schwanger ist, am Besten von der Fahrbahnmitte aus zu verbreiten ist.

Tatsache ist, daß die Verkehrsmisere zu Überwiegendem Anteil durch die "staatlichen Organe" verursacht wird, wobei ich nicht einmal glaube, daß dies aus Dummheit geschieht, sondern aus vorsätzlich bösem Willen. Der Grund hierfür ist nicht zu erklären. Vielleicht Impotenz und / oder Frigidität??

Klimaanlage ausschalten ??

Warum wird der Konsument hier immer als der Böse / der Dumme hingestellt??
Statt die Klimaanlage auszuschalten, wäre es nicht VIEL VERNÜNFTIGER, überhaupt keine Klimaanlage zu kaufen??
Fakt ist, daß ein PKW ohne Klimaanlage überhaupt nicht gekauft werden kann.

Daß PKW´s ohne Klimaanlage vom Kunden nicht gewünscht werden IST EINE LÜGE!

Ich vermute mal, daß die chemische Industrie entsprechend Schmiergelder zahlt, daß der Kauf eines PKW´s OHNE KLIMAANLAGE unmöglich gemacht wird.
Was die technischen Möglichkeiten betrifft, sind die heutigen Pkw`s schlechter als vor 40 Jahren.
Ein Auto, das eine aufwendige Elektronik benötigt, um nicht umzufallen, ist ein Armutszeugnis - Nein, NICHT FÜR DIE INGENIEURE, SONDERN FÜR DAS MANAGEMENT!

95 Oktan vertragen. Das ist jedoch mit einem Leistungsverlust verbunden, den man aber eh nicht spürt.

Das kann man so nicht sagen, z.B bei Turbo Benzinern merkt man sehr wohl einen Unterschied und vor allem bei hichgezüchteten Motoren...

für Erbsenzähler,...

Gewicht reduzieren - z.B.: den Tank stets nur bis zur Hälfte füllen - bringt ca. 25-35 kg Gewichtsersparnis "nach dem Tanken" - je nach Auto - und 0 kg "vor dem Tanken" --> im Mittel ca. 12-17 kg Gewichtsersparnis

10 Liter Ersparnis auf 10.000 km sollten sich da ausgehen (0,1 Liter weniger auf 100 km bei 15 kg Gewichtseinsparung)

Mir fehlt der ursuperneuespritspardiesel im vergleich.

Möcht wissen mit welchen motoren und mit welcher fahrweise die 36km mehr pro tank (45 oder 76Liter?) rausholen wollen wie es an der Zapfsäule versprochen wird.

frage: was braucht im vergleich mehr benzin - höhertourig fahren ohne viel last (später schalten, aber nicht fest ins gas treten) oder niedertourig fahren mit viel last (früher schalten aber fest reintreten).
(und wie schauts mit tdis aus?)

Antwort:

Ich glaube ich bin da kompetent, isch arbeite nämlich in der Motorenentwicklung.

Im allgemeinen haben heutige Motoren ihren Bestpunkt (der Betriebspunkt mit dem besten Wirkungsgrad) irgenwo bei 1/3 oder 1/2 Nenndrehzahl (bei Dieselmotoren also ca. zwischen 1500 und 2200 u/min), und bei einer Gaspedalstellung von 2/3 bis 3/4 Vollgas.
Richtung Teillast (also richtung weniger Gas) nimmt der Wirkungsgrad stärker ab als über der Drehzahl.

D.h. wenn man den Motor mit 1/3 Gaspedalstellung bis 3500 u/min hinaufdreht, anstatt mit höheren Gängen und Vollgas immer zwischen 1500 und 2200 u/min die gleiche Beschleunigung erzielt, dann verbraucht man mehr.

Die Strategie beim Beschleunigen ist also: Früh schalten, und 2/3 Vollgas.

Warum nicht niedertourig ohne viel last?
Wenn Sie niederttourig fahren und dann aufs gas steigen beschleunigen sie ja, wenn nicht dann fahren sie untertourig und beschädigen auf dauer den motor.

ja das ist mir klar - man merkts auch daran dass er dann schneller warm wird wenn man ihn niedertourig "tritt" - ich wollte nur wissen, rein interessehalber, was verbrauchsmässig besser ist, also wann der motor dann mehr benzin saugt. (oder der turbo bläst)

dass niedertourig und wenig gas weniger braucht weiß ich.
:-)

Oktanzahl und Verbrauch

Generell kann man verallgemeinern:
Je niedriger die Oktanzahl, um so höher der Verbrauch.
Die Benzinmotoren der letzten 10 Jahre sind mit Klopfsensoren ausgestattet, die es erlauben, Benzin von 91Oktan aufwärts zu tanken.
Da sich Preis und Verbrauch nahezu aufwiegen bleibt nur ein Vorteil für höherwertigen Sprit: Die Brennraumtemperaturen sind etwas höher, die Verschmutzungen innerhalb des Systems geringer.
Bei modernen Motoren wird innere "Verrussung" nach spätestens 6-8 Jahren ein Problem.

Fahren Sie doch lieber mit der Bahn oder dem Rad, bevor Sie Ihren Benzinmotor Normalbenzin zumuten.

verbrauch geringer?

Also ich habe genau die umgekehrte Erfahrung: 2.3 Turbo-Saab braucht mit 95er weniger als mit 98er Sprit. Die Leistung ist allerdings auch reduziert, was man sehr wohl merkt, besonders beim Überholen! (der Ladedruck wird etwas reduziert!). Ich hab' das immer darauf zurückgeführt dass mehr vom 98er eingespritzt werden kann, daher hab' ich mehr leistung und auch mehr Verbrauch, also genau das Gegenteilige Verhalten!

ist nicht unrichtig

Ich hab einen wichtigen Punkt vergessen:
Der Verbrauch von niederwertigerem Sprit ist bei gleicher Leistung höher. Hab das an meinen eigenen Benzinern sehr gut beobachten können. Ungefähr ein 0,3 Liter auf 100km pro Stufe (91,95,98,100) Unterschied. Jetzt fahr ich Diesel/Salatöl Mix (50/50).
Rapsmethylether (Bio-Diesel) verschlammt leider alles und löst diverse Dichtungen auf.

zum Thema:
Wenn Du Benzin niedriger Qualität tankst, regelt die Zündung den Zündzeitpunkt dementsprechend auf spät = weniger Leistung, schlechteres Ansprechverhalten. Auch wird mehr Kraftstoff eingespritzt um die Verbrennungstemperatur zu senken, was den Verbrauch höher treibt. Je moderner das Motormanagement ist, um so weniger machen sich die Nachteile bemerkbar.

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