Kochen macht einfach Spaß

7. Mai 2006, 20:29
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Es liegt eben in der Natur der PR-Branche, das Rad gerade neu zu erfinden...

Die Idee ist nett - und funktioniert. Schon lange. Jedenfalls laden - neben etlichen anderen - Ikea oder DER STANDARD ("Corti kocht") immer wieder Freunde, Geschäftspartner und Kunden ein. Nicht bloß, um gemeinsam zu speisen, sondern auch, um das Essen vorher gemeinsam unter (in Severin Cortis Fall Hauben-)Koch-Anleitung zuzubereiten. Freilich: Es liegt in der Natur der PR-Branche, zu behaupten, das Rad gerade neu zu erfinden. Und so lud die Eventschmiede von Sophie Dietrich und Erika Gouy ("Nexus") diese Woche zu "La Gourmétrie". Konzept: Siehe oben. Das (wider besseres Wissen) "einmalig in Österreich" im Pressetext (man will das Einkochen schließlich als Incentive-Idee verkaufen) gehört halt dazu - und eigentlich ist der kleine Etikettenschwindel ja auch egal, weil die Sache funktioniert: Im SieMatic-Küchenstudio stand jedenfalls Bernard Boidin (Frankreichs Handelsrat in Österreich) neben René Ringsmuth (Ex-Do&Co, Ex-Steirereck) und hatte Spaß am Schälen & Rühren & Networken: "Wir versuchen, das beste aus der französischen und der österreichischen Küche zusammenzuführen - und das gelingt so wirklich gut."

Erschütterndes Geschüttle

Das lustigste an den diversen Barkeepermeisterschaften war bisher der Streit zwischen zwei Veranstaltern: "Barman of the Year" gegen "Barkeeper of the Year" - das ist wahre Brutalität. Zuletzt fanden die Events sogar am selben Tag statt. Blöderweise vergessen Streithanseln of das Wesentliche: Barkeepern auf einer Bühne zuzusehen, ist - spätestens - nach dem fünften Kandidaten/Durchgang ziemlich fad. Diese Woche versuchte man aber unter dem Titel "Bacardi Showbarkeeper Competition" Pepp in die Sache zu bringen: Shaker flogen - und statt gediegen-fad-sitzender Gastro-Zuseher holte man ganz viel Großraumdisco-Publikum ins Palais Eschenbach. Auch, weil diese Klientel tatsächlich noch mit Mix-Auftritten der immergleichen La Hong-"VIP-er"-Partie zu beeindrucken ist. Fazit: Viel verschütteter Alkohol - und die Erkenntnis, dass Cocktails nur schmecken, wenn man sie gemütlich und in selbst gewählter Gesellschaft genießt.

Zurück zu den geheimen Wurzeln

Der (selbst auferlegte) Druck, jedes Jahr eine brandneue Eiskomposition vorzustellen, mag nicht immer leicht zu bewältigen sein - besonders wenn es bei der Präsentation in Strömen regnet. Dennoch stellte der Wiener Traditions-Eissalon Tichy am Freitag im Favoritner "Palais de Glace" das "streng gehütete und bewachte, neueste Eisgeheimnis 2006" vor. So hochtrabend die Ankündigung und so mühevoll sich die Öffnung des Eis-Safes gestaltete - die beiden neuen Sorten "Zitrone-Waldbeer" und "Mandel-Schokolade" erfüllten nicht ganz die Erwartung nach etwas nie Dagewesenen. Schließlich wollte Eismacher Kurt Tichy junior. auch "Back to the Roots" und Assoziationen zur Kindheit und dem Geruch des Zuckerbäckers um die Ecke wecken. Dem Ruf folgten zahlreiche Promis, wie Klaus "Karli Sackbauer" Rott, der sich mit Gary Lux einen recht kindlichen Wettkampf darum lieferte, wer schneller ein Stanitzel beginnend beim Spitz zu essen im Stande ist. (rott, DER STANDARD Printausgabe, 29./30.4./1.5.2006)

  • René Ringsmuth und Bernard Boidin haben Spaß am Schälen und Rühren
    foto: rott

    René Ringsmuth und Bernard Boidin haben Spaß am Schälen und Rühren

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