Kontrollgremium oder Old-Boys-Network?

27. Juli 2006, 14:14
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Online-Umfrage über die Rolle von Aufsichtsräten

Wien - Millionen-Kredite, die der Vorstand quasi über Nacht und vorbei am Aufsichtsrat vergibt, Millionen-Verluste aus Spekulationsgeschäften, über die das Kontrollgremium nicht (oder erst im Nachhinein) informiert wird, und Aufsichtsräte, die erst gar nicht nachfragen, sondern sich lediglich ihrer prestigeträchtigen Funktion und deren Tantiemen erfreuen - der Aufsichtsrat als oberstes Kontrollgremium eines Unternehmens steht derzeit im Rampenlicht, wie nie zuvor.

Im Licht von Bawag- und Hypo-Alpe-Adria-Skandal fragt sich nicht nur der gemeine Aktionär, der nur einmal jährlich in der Hauptversammlung Fragen stellen darf, wozu Aufsichtsräte eigentlich gut sind. Auch Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder fühlen sich zunehmend auf den Schlips getreten und verspüren Drang, sich zu rechtfertigen. Rund tausend von ihnen haben dazu in den nächsten Wochen Gelegenheit: Sie werden vom Marktforscher EuroSearch Dialog im Auftrag des Personalberaters Neumann Partners persönlich befragt, über welche Qualitäten Aufsichtsratsmandatare tunlichst verfügen sollten, um das oberste Kontrollgremium nicht zu einem "Old-Boys-Network" aus Geschäftsfreunden verkommen zu lassen.

Online-Umfrage

Ihre Meinung dazu kundtun können bis 6. Juni 2006 auch STANDARD-LeserInnen: Unter www.neumannpartners.com wird ab Samstag, 29. April 2006 eine offene Online-Umfrage gestartet. Über die Ergebnisse werden DER STANDARD und derStandard.at am 9. Juni berichten. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29./30.4.2006)

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