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Zersetzende Elemente des Pop

3. April 2008, 13:23
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No Neck Blues Band, Kammerflimmer Kollektief und sonstige Kämpfer gegen das Tra-la-la: Ein würdiges Finale

Der Abschlussabend des donaufestivals setzt der Buntheit und Prominenz des heurigen Programms noch eins drauf: Das stolze Kollektiv No Neck Blues Band (NNCK) bespielt die Korneuburger Werft mit einer Darbietung, die sich, wenn sie schon verortet werden soll, lediglich als No-Genre-Musik bezeichnen lässt. Improvisation wird hier wörtlich genommen, Erwartbares bleibt aus.

Die Stromentladungen der Harlemer bilden den Boden für das Karlsruher Kammerflimmer Kollektief, die sich zwar einer willkürlicheren Art der Eklektik bedienen als NNCK, aber dabei immer unfassbar bleiben. Free Jazz, Elektronik und Pop bilden die Annäherungspunkte des Kollektiefs, werden jedoch nie mehr als angedeutet.

Gegen die Popbourgeoisie

Bedrohlich geht es mit Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra and Tra-la-la Band weiter. Klassische Stilformen des Rock werden hier nicht umschifft, sondern zitiert und zersetzt - mit vereinten Kräften und bösen Mienen gegen die Popbourgeoisie!

Genug gezittert, am Schluss darf es noch ein bisschen lustig zugehen, wenn Andrey Bartenev 48 PerformerInnen für seine Performance "Underpants on the stick" auf die Bühne schickt. Teils Wiener KunststudentInnen, teils lokal Gecastete treten als Skulpturen wie "Verbranntes Haar" oder "Safe Sex" auf, die Kostüme stammen vom Künstler: Achtung, ganz große Party! (red)

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