Sport kann Krebsrisiko halbieren

29. Jänner 2007, 14:37
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Regelmäßige Bewegung reduziert Krebsrisiko um bis zu 50 Prozent, so die Österreichische Gesellschaft für Psychoonkologie

"Regelmäßige Bewegung ist eine der sinnvollsten und effizientesten Möglichkeiten der Krebsprävention", sagen Experten im Vorfeld des Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Psychoonkologie. "Ein regelmäßiges Ausdauertraining kann das Brustkrebsrisiko um 50 Prozent senken, das Dickdarmkrebsrisiko um 40 bis 50 Prozent, das Prostatakrebsrisiko um bis zu 25 Prozent, das Gebärmutterkrebsrisiko um 25 bis 30 Prozent und das Lungenkrebsrisiko um bis zu 40 Prozent", nennt Dr. Valentin Leibetseder, Facharzt für Medizinische Leistungsphysiologie, eindrucksvolle Beispiele. Belege für eine Risikoreduktion durch regelmäßige Bewegung gibt es außerdem für Schilddrüsen-, Hoden-, Eierstock- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Wirkung von Ausdauertraining

Seit Kurzem kann die Wissenschaft auch erklären, warum dem so ist. "Übergewicht, hormonelle Faktoren, die Immunfunktion und die Stressverarbeitung gelten als bedeutende Risikofaktoren für die Entstehung von Krebs. Ausdauertraining aber hat eine positive fördernde Wirkung auf alle diese Faktoren. Es hat einen günstigen Einfluss auf den Insulinstoffwechsel, den Triglyzeridspiegel und den Östradiol-Stoffwechsel, und stimuliert das Immunsystem", erklärt Univ.-Prof. Dr. Paul Haber, Leiter der Abteilung Sport- und Leistungsmedizin an der Universitätsklinik für Innere Medizin IV am AKH Wien.

Bewegung ist nicht gleich Bewegung

Allerdings, so betonen die Wissenschaftler, führt nicht jede Bewegung zu einer Reduktion des Krebsrisikos. Prof. Haber: "Es geht um regelmäßiges Ausdauertraining, das in der Lage ist, organische Wachstumsprozesse auszulösen, sodass die funktionelle Kapazität von Organen, Organsystemen und Stoffwechselprozessen erhalten oder verbessert wird." Das bedeutet: Dreimal pro Woche rund 40 Minuten Training unter Einhaltung einer Trainings-Herzfrequenz, die im Rahmen einer leistungsmedizinischen Untersuchung individuell bestimmt werden kann.

Empfohlen: Zyklische Sportarten

Als geeignete Sportarten gelten alle so genannten zyklischen Sportarten, bei denen mehr als ein Fünftel der Muskelmasse bewegt wird – also Joggen, Radfahren, Bergwandern, Rudern, Nordic Walken, Aerobic oder Schwimmen. Was davon ausgewählt wird, ist den persönlichen Vorlieben überlassen. Die Experten empfehlen aber auch, dabei durchaus zu variieren. Dr. Leibetseder: "Jeder Trick, sich drei Mal pro Woche zu Bewegung zu motivieren, zählt. Günstig ist immer auch die Integration der Bewegung in den Alltag. Also zum Beispiel zwei Mal pro Woche eine halbe Stunde fernsehen auf dem Ergometer und am Wochenende eine Outdoor-Aktivität."

Empfehlungen bei Beeinträchtigungen

Bei Beeinträchtigungen empfehlen die Experten, die Sportart der individuellen Situation anzupassen: Übergewichtige sollten eher das Ergometer nützen als zu laufen, Kniegeschädigten wird das Fahrrad anstelle des Joggens empfohlen, und Herz- und Asthmapatienten sollten eine Sportart wählen, die man jederzeit unterbrechen kann. Für die Dauer, die Trainingsfrequenz und die Häufigkeit des Trainings aber gelten für sie die selben Regeln wie für alle anderen. (red)

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Kongress
"Gibt es eine Krebsprävention?"
5. - 7. Mai 2006
Bad Ischl

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    Wer hin und wieder Radelt ändert wenig - regelmäßiger Ausdauersport ist aber Krebsprävention

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