Intel plant harte Sanierungsschritte

1. Juni 2006, 16:51
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Der weltgrößte Mikroprozessoren-Hersteller steht vor der umfangreichsten Umstrukturierung seiner Firmengeschichte

New York - Mit einem Geschäftsumbau und Kosteneinsparungen will der weltgrößte Mikroprozessoren-Hersteller Intel verlorene Marktanteile zurückerobern und die Gewinnmarge steigern. Bis zum Sommer werde das Unternehmen alle Geschäftsbereiche unter die Lupe nehmen, sagte Intel-Chef Paul Otellini am Donnerstagabend in New York. Auch die hohen Lagerbestände sollen reduziert werden.

Konkurrenz durch AMD

Intel hatte zuletzt die immer stärkere Konkurrenz des Branchenzweiten AMD zu spüren bekommen. Im vergangenen Quartal war der Intel-Gewinn auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren eingebrochen, die Prognosen für das Gesamtjahr wurden gekappt.

Otellini kündigte an, die Ausgaben sollten in diesem Jahr um eine Milliarde Dollar (806 Mio. Euro) gesenkt werden. Details nannte er nicht. Ziel sei es aber, sich fit für das veränderte Marktumfeld zu machen. Einzelheiten werde Intel bei Vorlage der Zahlen für das dritte Geschäftsquartal im Herbst nennen. Branchenexperten schließen auch den Verkauf schlecht laufender Geschäftsteile nicht aus.

Außergewöhnlich hohe Lagerbestände

Intel verzeichnete im Ende März abgelaufenen Quartal Lagerbestände im Wert von über 3,5 Milliarden Dollar. Dies ist das höchste Niveau seit dem Platzen der Internetblase. Die hohen Lagerbestände dürften Gewinn und Umsatz auch im laufenden zweiten Quartal belasten.

Im Juni will Intel seinen neuen Server-Chip "Woodcrest" auf den Markt bringen und so dem Erfolg des Rivalen AMD in diesem Marktsegment entgegentreten. AMD hatte Intel im vergangenen Jahr vor allem im Servermarkt zugesetzt.

Im ersten Quartal 2006 stieg der AMD-Marktanteil bei Auslieferungen auf 22,1 Prozent verglichen mit 16,4 Prozent Ende des vorigen Jahres, wie die Experten von Mercury Research berechneten. Derzeit erwäge der Internet-Portalbetreiber Yahoo!, Intels Woodcrest-Chips in seinen neu entwickelten Systemen zu nutzen, sagte Intel-Vertriebsmanager Anand Chandrasekher. "Das ist ein weiterer Grund, warum ich zuversichtlich bin, dass wir Marktanteile zurückgewinnen werden." (APA/dpa)

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