Im Schatten der Familie Freud

26. August 2006, 18:00
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In ihrem erzählenden Mosaik begibt sich Sophie Freud auf die Suche nach ihren Familienwurzeln - mit Gewinnspiel

Aus der unveröffentlichten Autobiographie ihrer Mutter Ernestine, aus Briefen der Familien Freud und Drucker, aus Tagebüchern und Erinnerungen hat Sophie Freud ein erzählendes Mosaik komponiert, in dem die Schicksale ihrer Familie lebendig werden – und ein ganzes, die Welt veränderndes Jahrhundert.

Immer dachte die schöne und kluge Ernestine, genannt Esti, die Frau von Sigmund Freuds ältestem Sohn Martin, sie sei nicht liebenswert. Um sich Auskunft zu geben, schrieb sie eine Autobiographie, die sie ihren Kindern und Enkelkindern vermachte. Die Resonanz war vernichtend. "Wir sind eben eine kritische Familie", sagt ihre Tochter Sophie Freud.

Überwältigt von dem, was sie gelesen und jahrelang verdrängt hatte, wollte die Tochter jetzt verstehen. Sie begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln, taucht in die Geschichte der Familie ein, besonders aber ins Los ihrer Mutter, dem sie sich verbunden fühlte. Denn während der berühmte Sigmund Freud mit dem Großteil seiner Familie, auch mit Martin und dem Enkelsohn Walter, 1938 von Wien nach England emigrieren konnte und seine Schwestern in Konzentrationslagern starben, gelang seiner Schwiegertochter schließlich mit Sophie die Flucht über Frankreich nach Amerika. Obgleich Esti dort in fremder Sprache promovierte und sich wissenschaftlich einen Namen machte, hat sie das Unglück nie verlassen.

"Dieses Buch", schreibt Sophie Freud, "gibt mir Gelegenheit, Abschied zu nehmen von Menschen, die ich nicht genügend geliebt habe. Ich sehe nun alle diese Menschen in einem neuen Licht."

Wir verlosen drei Buchexemplare.
Zum Gewinnspiel

Im Schatten der Familie Freud - Meine Mutter erlebt das 20. Jahrhundert
Sophie Freud
Claassen Verlag
2006, 480 Seiten, € 20,60
ISBN 3546003985
  • Artikelbild
    foto: claassen
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