"Einfluss für Beibehaltung des Boykotts nutzen"
Hamburg - Der neue israelische Ministerpräsident Ehud
Olmert appelliert an die deutsche Bundesregierung, sich für eine
Beibehaltung des Boykotts gegen die Hamas einzusetzen. Deutschland
sei "sehr wichtig und hilfreich" und solle "seine Position nutzen,
dass die Front der europäischen Staaten gegen die Hamas stabil bleibt
und der Boykott gegenüber der palästinensischen Führung eingehalten
wird", sagte Olmert der "Bild"-Zeitung.
Natürlich könne Deutschland nicht jeden einzelnen Staat
kontrollieren, aber es könne seinen Einfluss geltend machen, sagte
der Politiker demnach. "Ich weiß, dass Angela Merkel sich dieser
Problematik sehr bewusst ist, und ich hoffe, dass sie sich
durchsetzt, um ihre Freunde und Nachbarn in Europa zu überzeugen."
Der Wahlsieg der Hamas sei "Gefahr und Chance zugleich", sagte
Olmert. "Die Tatsache, dass sie den Wahlsieg errungen haben, zwingt
nun jeden, sich mit der Realität im Nahen Osten auseinanderzusetzen!"
Nach Olmerts Auffassung ist die Hamas auch nach der Wahl eine
"Terrororganisation, die Israel zerstören will und den
Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern weder
vorantreiben will noch kann". Bisher sei die Welt generell zu
tolerant mit gewalttätigen Terrororganisationen umgegangen,
kritisierte der israelische Regierungschef. "Jetzt ist die Zeit
gekommen, um neu nachzudenken, wie wir alle gemeinsam am effektivsten
gegen diese Gruppen vorgehen können." (APA/AP)