Xerox sieht in Service den Wachstumsmotor

1. Juni 2006, 16:51
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Erträge bei Drucker stagnieren hingegen

Wien - Es ist schwierig für einen Konzern, dessen Name (im Englischen) zum Synonym für Kopieren wurde, ein neues Image am Markt zu etablieren, nachdem die Hoch-Zeit des Kopierens vorbei ist. Xerox musste diese schmerzhafte Erfahrung vor einigen Jahren machen, inzwischen ist der Turnaround weit gehend gelungen, obwohl der unerwartete Ertragsrückgang im eben beendeten ersten Quartal 2006 eine Erinnerung daran ist, dass die Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum noch nicht garantiert ist.

Drucken und Kopieren - noch immer das Kerngeschäft von Xerox - "stagnierte im letzten Quartal", räumt Xerox-Europa-Chef Armando Zagalo de Lima im Gespräch mit dem STANDARD ein. Höhere Stückzahlen konnten sinkende Preise ebenso wenig ausgleichen wie das kräftige Wachstum des Zukunftsfelds Services: Der Ertrag ging von 210 Mio. Dollar auf 200 Mio. Dollar (161 Mio. Euro), der Umsatz von 3,77 Mrd. Euro auf 3,69 Mrd. Euro zurück.

Wachstum beim Service

Dabei sei Xerox bei der Entwicklung seines Service-Geschäfts auf dem richtigen Weg: 25 Prozent Zuwachs wurden hier verzeichnet, derzeit liege der Anteil von Services bei 15 bis 20 Prozent, in drei Jahren könne er bei diesem Wachstum bereits ein Viertel ausmachen, sagte de Lima. In diesem Feld übernimmt Xerox das Management der Drucker in einem Unternehmen - meist als Anhängsel der IT gesehen und darum nicht optimal eingesetzt -, um Kosten einzusparen. Darüber hinaus berate Xerox seine Kunden umfassend bei der Entwicklung von Lösungen für ihre Aufgaben, "statt nur Technologie zu verkaufen".

Partnerschaften

Teilweise läuft das Service-Geschäft in Partnerschaft mit IT-Outsourcern - wie IBM oder SBS (Siemens Business Services) -, "aber es gibt auch eine Menge Kunden, die direkt zu uns kommen, vor allem wenn ihr Geschäft sehr Dokumenten-intensiv ist", erklärt de Lima.

Im traditionellen Geschäft sind weiterhin Digitalisierung - noch immer sind Kopierer vielfach analog - und Farbe beim Druck die Basis für weiteres Wachstum. Schleppend verläuft hingegen der Bereich großer, teurer Drucksysteme. (Helmut Spudich, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.3.2006)

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