Tiwag zahlt für Atombrennstoff

1. Juni 2006, 19:34
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2005 hat die Tiwag 5,1 Millionen Euro für die Beschaffung von nuklearem Brennstoff und die Entsorgung abgebrannter Brennstäbe an Eon gezahlt

Innsbruck - Das geht aus einem internen Geschäftsbericht der Tiwag hervor, der die Grünen-Vize-Bundessprecherin Eva Glawischnig zu einer parlamentarischen Anfrage an Wirtschaftsminister Martin Bartenstein veranlasst hat.

Die Zahlungen stehen in Zusammenhang mit dem Pumpspeicherkraftwerk Sellrain-Silz und einem Vertrag aus dem Jahre 1981. Eon liefert billigen Bandstrom zum Hinaufpumpen von Wasser in den oberen Speicher, bezieht bedarfsgerechten Spitzen- und Regelstrom und liefert etwa die doppelte Menge Bandstrom (mit hohem Anteil an Atomstrom) ins Netz der Tiwag.

Glawischnig hat ausgerechnet, dass seitens der Tiwag "bis zu 125 Mio. Euro an die Atomwirtschaft geflossen" seien und fordert einen "Ausstieg aus den Atom-Deals".

Gegenüber lokalen Medien hat Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer die zuerst auf www.dietiwag veröffentlichten Fakten als "alten Käse" bezeichnet und bestätigt. Demnach seien im Abnahmevertrag mit Eon "Rohstoffkomponenten von Referenzkraftwerken" enthalten. Für den STANDARD war Wallnöfer wie seit Monaten zu keiner Stellungnahme erreichbar. Die vier Kraftwerksprojekte der Tiwag sind ähnlich wie Sellrain-Silz konzipiert. (hs, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.3.2006)

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