Volksbank International macht kräftigen Sprung

11. Mai 2006, 19:15
posten

Für Wachstum sorgten vor allem das Geschäft mit Wohn- und Konsumkrediten – Bis 2008 soll Bilanzsumme von 4,4 Milliarden Euro verdoppelt werden

Wien – Über einen kräftigen Sprung nach vorne im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005 freute sich VBI-Vorstandsvorsitzender Friedhelm Boschert auf der heutigen Bilanzpressekonferenz. Die VBI-Gruppe konnte den Jahresüberschuss vor Steuern um 30,3 Prozent auf 20,6 Millionen Euro steigern. Die Bilanzsumme wurde um 24,6 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro erhöht. Wachstumsträger war – wie bereits in den vergangenen Jahren - vor allem das Geschäft mit Wohn- und Konsumkrediten. Die Kundenforderungen legten von 2,4 auf 2,9 Milliarden Euro zu, die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden von 1,9 auf 2,2 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich geringfügig von rund 2.500 auf 2.867 Beschäftigte. Die Zahl der Kundenkonten stieg um 22 Prozent auf 835.000. 2006 peilt man laut Boschert das Überschreiten der 1-Millionen-Grenze an.

Zukaufen und Vertrieb ausweiten

Wachsen will man auch in den kommenden Jahren. Bis 2008 soll die Bilanzsumme von 4,4 Milliarden Euro im Jahr 2005 verdoppelt, das Ergebnis vervierfacht werden. „Hochgesteckte Ziele kann man nur mit qualifiziertem Personal erreichen,“ so Boschert: „Ein Schwachpunkt in den CEE-Ländern“, dem mit einem eigenem Personalentwicklungsprogramm entgegen getreten werden soll. Wachsen will die VBI aber auch durch Zukäufe etwa in Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Bulgarien. Konkrete Verhandlungen gibt es mit einer Bank in Bosnien-Herzegowina, Vorverhandlungen mit Instituten in Ungarn und in Bulgarien. Man lege sich bei Zukäufen eine relativ hohe Latte, um eine passende Bank zu finden und habe durch die Neuausrichtung der Aktionärsstruktur ausreichend Mittel zur Verfügung. Zu einer möglichen Hereinnahme der polnischen DZ Bank hieß es heute, es bestehe kein Zeitdruck. Man habe vereinbart heuer darüber zu sprechen, es gebe aber noch keine Gespräche.

KMU nach Osten begleiten

Kräftig zulegen soll das Zuleitungsgeschäft von Genossenschaftsbanken aus Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien, das derzeit ein Volumen von 70 Millionen Euro ausmacht. Eine entsprechende Vertriebsoffensive "CEE Unlimited" wurde im März gestartet. 1.400 Genossenschaftsbanken in Deutschland wurden bislang kontaktiert um die Zielgruppe Klein- und Mittelbetriebe (KMU) zu erreichen, die die VBI bei ihren Geschäften in Osteuropa begleiten will. In Deutschland seien nur 7 Prozent der Bank-Kunden im VBI-Netzwerk, es gebe hier noch deutliches Potenzial, so VBI-Vorstand Ralf Weingartner. Mit einem Anteil von 10 Prozent sei ein erster Schritt gemacht. Während in Österreich laut Boschert 40 Prozent der KMU Kontakt mit Osteuropa hatten, so greife in Deutschland erst allmählich der Mittelstand das Thema auf.

Präsenz im Handel

Mehr Präsenz strebt die VBI auch im Handel an, etwa durch die Errichtung von Filialen in Kaufhäusern. Ein entsprechendes Pilotprojekt ist derzeit in Rumänien mit dem Metro-Konzern am Laufen. Im Vertrieb arbeitet die VBI auch mit Finanzdienstleistern zusammen, etwa mit AWD in Kroatien.

Die Volksbank International (VBI), Osteuropa-Tochter der Österreichischen Volksbanken AG/ÖVAG (51 Prozent), der deutschen DZ-Bank/WGZ-Bank sowie der die französische Banque Federale des Banques Populaires (je 24,5 Prozent) ist derzeit in acht Ländern (Slowakei, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Rumänien, Bosnien-Herzegowina und Serbien) tätig. Die Zahl der Filialen lag im Vorjahr bei 182, um 39 mehr als 2004. Angestrebt wird in den strategischen Geschäftsfeldern ein Marktanteil von 5 Prozent. Derzeit liege er über alle Länder im Durchschnitt bei 2,5 bis 3 Prozent. (APA/Regina Bruckner)

  • Artikelbild
    grafik: volksbank international
  • VBI-Vorstandschef Friedhelm Boschert will nicht "mit einem Bauchladen durch die Gegend laufen", sondern sich auf ausgewählte Bereiche konzentrieren.
    foto: vbi

    VBI-Vorstandschef Friedhelm Boschert will nicht "mit einem Bauchladen durch die Gegend laufen", sondern sich auf ausgewählte Bereiche konzentrieren.

Share if you care.