Indiens Softwareindustrie will Billig-Image abschütteln

5. Mai 2006, 15:54
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Subex: Azure-Übernahme rückt Produkt-Stärken in den Vordergrund

Der indische Telekom-Softwarehersteller Subex Systems hat sich den britischen Konkurrenten Azure Solutions geschnappt. Der 140 Mio. Dollar schwere Merger bedeutet für Subex aber nicht nur die größte Übernahme eines indischen Softwareherstellers im Ausland. "Der Deal unterstreicht Indiens steigende Fähigkeiten im weltweiten Softwaregeschäft", zitiert die Times of India den Subex-Chef Subhash Menon. Außerdem soll damit der Fokus weg von den Kostenvorteilen auf die Produkt-Stärke der indischen Hersteller gelenkt werden, hofft Menon.

Betrugs-Management

Das neue Unternehmen, das nach Abschluss der Übernahme in Subex Azure umgetauft werden soll, steige zur weltweiten Nummer eins bei Betrugs-Management und Umsatz-Sicherung auf, so John Cronin, CEO von Azure Solutions. Subex Azure zählt künftig nach eigenen Angaben 23 der 40 größten Telekomkonzerne zu seinen Kunden, darunter etwa British Telecom, Vodafone, O2 oder T-Mobile USA. Insgesamt wird das neue Unternehmen über 150 Kunden in 60 Ländern rund um den Globus verfügen.

Mehr Gewinn erwartet

Subex rechnet laut Times of India insbesondere für das Geschäftsjahr 2007/08 mit einem zusätzlichen Ergebnisbeitrag durch die Akquisition. Dann sollen sich der Produkt-Umsatz auf 100 Mio. Dollar und der Nettogewinn auf 33 Mio. Dollar belaufen. Azure, das erst im Jahr 2003 aus der British Telecom ausgegliedert wurde, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 31 Mio. Dollar erwirtschaftet. Der stetig wachsende Markt für Umsatz-Maximierungs-Software, auf dem neben Subex und Azure auch Hewlett-Packard oder EC Tel um Anteile rittern, ist laut Hindu Business Line derzeit etwa 250 Mio. Dollar schwer.

Wie Subex setzt derzeit auch die indische IT-Dienstleistungsbranche auf eine Expansion in Europa. So hat sich etwa Wipro Technologies Ende 2005 für 47 Mio. Dollar den nicht börsennotierten Vorarlberger Chipdesigner NewLogic einverleibt. Um in Europa erfolgreich zu sein, brauche Wipro eine bessere lokale Präsenz. Bisher sind die meisten Services von Indien aus geliefert worden. Nun wolle sich Wipro aber stärker als globaler Anbieter positionieren, erklärte etwa Ramesh Emani, Präsident der Wipro-Sparte Product Engineering Solutions, im Dezember im Gespräch mit pressetext.(pte)

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