Polytec-Aktien kosten 7,75 Euro

1. Juni 2006, 17:39
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Lag das Preisband zwischen 6,75 bis 8,75 Euro, so erfolgt die die Festsetzung des Emissionspreises nun in der Mitte

Linz - Der Preis für die Aktie des oberösterreichischen Automobilzulieferers Polytec (Hörsching) wurde mit 7,75 Euro festgelegt. Damit ergibt sich ein Brutto-Emissionserlös von 90 Millionen Euro, teilte die Polytec-Gruppe Donnerstag Früh mit. Das Unternehmen wird erstmals am 28. April 2006 im Prime Market an der Wiener Börse notieren. Insgesamt werden 11,616.056 Aktien angeboten.

Drei Millionen Stück Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung. Der Erlös von 23,25 Millionen Euro werde für die Finanzierung des weiteren Wachstums der Polytec Group verwendet. Die verbleibenden 8,616,056 Stück werden vom Schweizer Finanzinvestor Capvis verkauft.

Mehrzuteiloption

Hinzu komme eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von 15 Prozent - 1,742.408 Stück -, die innerhalb von 30 Tagen nach Emission seitens des Emissionskonsortiums gezogen werden könne. Damit würde sich das gesamte Emissionsvolumen auf 13,358.464 Aktien beziehungsweise 103,5 Millionen Euro erhöhen.

Die Emission sei sowohl bei privaten als auch institutionellen Investoren auf großes Interesse gestoßen, resümierte der Geschäftsführer der Poyltec Gruppe, Friedrich Huemer. In einer umfangreichen Roadshow sei es gelungen, wichtige Investoren, insbesondere aus Großbritannien, Österreich und Mitteleuropa von den vielversprechenden Wachstumsaussichten des Unternehmens zu überzeugen.

Polytec ist damit der erste der drei Börsekandidaten, die im ersten Halbjahr 2006 auf den Wiener Kurszettel kommen. Daneben werden in den nächsten Wochen der Vorarlberger Licht-Spezialist Zumtobel, der am Donnerstag Details zum Börsegang bekannt geben wird, und die Post AG erwartet.

Umsatzverdoppelung

Polytec, das in den vergangenen Jahren durch eine Reihe von Akquisitionen gewachsen ist, plant, in den nächsten drei bis fünf Jahren, seinen Umsatz auf etwa eine Milliarde Euro zu verdoppeln. Kernaktionär und Vorstandsvorsitzender Huemer wird über seine Holding nach dem Börsegang etwa 32 Prozent, andere österreichische Aktionäre und Management werden acht Prozent halten. Etwa 60 Prozent sollen im Streubesitz verbleiben.

Wachstumsschritte

Das Polytec-Wachstum soll weiterhin vor allem durch Zukäufe vorangetrieben werden und schwerpunktmäßig im osteuropäischen und eventuell auch im chinesischen Markt stattfinden.

Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 502 Millionen Euro, ein Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) von 41,9 und ein operatives Ergebnis (Ebit) von 25 Millionen Euro gemacht. Dies entspricht einer Ebitda-Marge von 8,4 und einer Ebit-Marge von etwa fünf Prozent. Spätestens 2007 sollen eine Ebit-Marge von sieben und eine Ebitda-Marge von neun bis zehn Prozent erreicht werden.

Das Unternehmen erzeugt Kunststoffteile vor allem für die Autoindustrie. Größte Kunden sind BMW und der VW-Konzern. Polytec beschäftigt etwa 3.600 Mitarbeiter, davon nur etwa zehn Prozent an den oberösterreichischen Standorten Marchtrenk und Hörsching. (APA)

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