Leasingvertrag mit Bonus-Malus-System

12. Juni 2006, 11:19
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Nach flexiblen Konditionen für Unternehmenskredite werden ab Mai Leasingverträge ebenfalls dynamisch

Nach flexiblen Konditionen für Unternehmenskredite werden ab Mai Leasingverträge ebenfalls dynamisch. Je besser sich die Bonität eines Unternehmens entwickelt, desto günstiger werden die Leasingkonditionen.

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Schon im Vorfeld von Basel II – die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken und Kreditinstitute gelten in Österreich und in der EU ab 1. Jänner 2007 – achten Banken und Leasinggesellschaften beim Finanzierungsgeschäft auf risikoadäquates Pricing. Das bedeutet: Je besser die Bonität eines Unternehmens bzw. Kunden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ist, desto geringer fallen die Finanzierungskosten aus. Dieser bonitätsbedingte Risikoaufschlag (Marge) gilt für die gesamte Laufzeit des Kredites bzw. einer Leasingfinanzierung.

Verschlechtert sich die Bonität des Kunden innerhalb der Laufzeit, erwächst ihm daraus kein Nachteil in Form von höheren Margen – es ergibt sich aber auch kein Vorteil (geringere Margen) im Fall einer Bonitätsverbesserung.

Jährliche Anpassung

Diese Lücke will die Leasing-Tochter der Bank Austria-Creditanstalt (BA-CA-Leasing) mit so genannten dynamischen Produkten schließen. Ab Mai startet mit dem "Dynamic Leasing" das zweite Produkt, das sich laufend der Bonität des Kunden anpasst. Ansprechen will die Bank mit dieser Mittelstandsfinanzierung hauptsächlich Klein- und Mittelbetriebe.

Gestartet wird mit dem Immobilienleasing. "Die Anpassung der Konditionen erfolgt jährlich auf Basis der aktuellen Bilanzdaten", beschreibt Günther Fischer, Geschäftsführer von BA-CA-Leasing, im Gespräch mit dem STANDARD das neue Modell. Das Eigenkapital und der Cashflow im Bezug zum Fremdkapital seien dabei jene Kerngrößen, die in die Festsetzung der Risiko-Marge einfließen. Fischer: "Da der Kreditnehmer von Beginn an seine Bedingungen und Möglichkeiten kennt, wird die Finanzierung für ihn transparenter und vor allem besser planbar."

Eine Ausweitung dieser dynamischen Finanzierungsform auf Mobilienleasing sei laut Fischer denkbar. Bei Kfz-Leasing eigne sich diese Form weniger, da die Laufzeiten meist sehr gering sind.

"Kapitalmarkt-Kredit"

Für Investitions- oder Betriebsmittelfinanzierungen gibt es dieses Bonus-Malus-System als Alternative zum herkömmlichen Unternehmenskredit bereits seit dem Sommer 2004. Dieser "Kapitalmarkt-Kredit" sei vom Markt sehr gut aufgenommen worden, erklärt Andrea Vaz- König von der Abteilung für Unternehmens- und Projektfinanzierung der BA-CA. Neben dem Marktzinssatz orientiert sich die Kreditbepreisung ebenfalls an bereits genannten Unternehmenskennzahlen – je besser diese sind, desto günstiger werden die Kreditkonditionen. Durch die intensivere Zusammenarbeit mit dem Kreditnehmer sein man als Bank nicht nur Geldgeber, sondern Partner, meint König. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.4.2006)

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