Arsenal erstmals im Endspiel

23. Juni 2006, 13:41
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0:0 gegen Villarreal im Rückspiel reichte - Irre Szenen am Ende einer faden Partie: Riquelme vergibt Elfergeschenk in letzter Minute

Villarreal - Arsenal steht erstmals in der Vereinsgeschichte im Finale der Fußball-Champions-League. Die Londoner, die das Halbfinal-Hinspiel in der Vorwoche gegen Villarreal 1:0 gewonnen hatten, erreichten am Dienstagabend im mit 23.000 Zuschauern ausverkauften Stadion El Mardrigal ein torloses Remis. Matchwinner für die Engländer war Goalie Jens Lehmann, der in der 90. Minute einen Elfer von Juan Riquelme parierte.

Das Spiel war über weite Strecken nicht sehr ansehnlich gewesen, die Spanier waren die bessere von zwei zerfahren agierenden Mannschaften. In der letzten Minute allerdings überschlugen sich die Ereignisse. Der russische Referee Walentin Iwanow zeigte nach einem harmlosen Schubser gegen Jose Maria auf den Elferpunkt - eine schlimme Fehlentscheidung. Doch Spielmacher Riquelme konnte die auf dem Silbertablett präsentierte Chance nicht nützen. Nach dem Schlusspfiff brachen die spanischen Spieler in Tränen aus.

Im Endspiel am 17. Mai im Stade de France in St. Denis/Paris trifft das Team von Arsene Wenger entweder auf den FC Barcelona oder AC Milan (Hinspiel 1:0, Rückspiel am Mittwoch ab 20:45 Uhr in Barcelona).

Umstellungen in Arsenals Hintermannschaft

Bei Arsenal kam Sol Campbell zu einem Comeback (Philippe Senderos war verletzt), zudem musste frühzeitig Gael Clichy den angeschlagenen Mathieu Flamini auf dem linken Außenverteidigerposten ersetzen (9.). Angetrieben vom argentinischen Spielmacher Juan Riquelme dominierten die Gastgeber die Partie, die neuformierte Londoner Defensive wirkte unsicher.

Arsenal kam dagegen in der Offensive nicht wie gewohnt zur Geltung. Torjäger Thierry Henry war vorne zu sehr auf sich allein gestellt. Der Frust über die bis dahin schwache Leistung entlud sich bei Gilberto in einem üblen Nachtreten gegen Guillermo Franco. Iwanow übersah die Tätlichkeit (35.). Dass es torlos in die Pause ging, hatten die Gäste dem starken Lehmann zu verdanken, der Francos Kopfball aus kurzer Distanz (41.) parierte.

Klares Chancenplus für den Außenseiter

Auch nach dem Wechsel geriet Arsenal einige Male arg in Bedrängnis. Franco (48./54.) hätte mit Kopfbällen, die jeweils knapp an Lehmanns Gehäuse vorbeistrichen, eigentlich ebenso für Villarreals Führung sorgen können wie Forlan (65.), der aus 16 Metern am leeren Tor vorbeischoss. Stattdessen hätte Gilberto mit einem Kopfball den Spielverlauf beinahe auf den Kopf gestellt (68.). Villarreal-Coach Manuel Pellegrini brachte dann in Jose Mari eine weitere Spitze in sein Team, das mit dem Mute der Verzweiflung bis zum bitteren Ende um seine Endspiel-Chance kämpfte - vergebens allerdings.

Die Londonder blieben am Ende zum 13. Mal en suite unbesiegt und zum 10. Mal in Serie ohne Gegentor. Lehmann ist nun schon 746 Minuten unbezwungen und stellte einen neuen CL-Rekord auf Bisher war der in Besitzt von Edwin van der Sar ab, der 1995/96 in der europäischen Meisterliga mit Ajax Amsterdam 659 Minuten ohne Gegentor geblieben war. (APA/red)

Champions-League/Semifinal-Rückspiel:

 

  • Villarreal - Arsenal 0:0. El Madrigal, Villarreal, 23.000, SR Iwanow (RUS). Hinspiel: 0:1 - Arsenal mit 1:0 im Endspiel am 17. Mai im Stade de France in St. Denis/Paris.

 

Villarreal: Barbosa - Venta, Pena, Alvarez, Arruabarrena (82. Roger) - Riquelme, Josico (63. Jose Maria), Senna, Sorin - Forlan, Franco

Arsenal: Lehmann - Eboue, Toure, Campbell, Flamini (9. Clichy) - Hleb, Fabregas, Gilberto, Ljungberg, Reyes (69. Pires) - Henry

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    Riquelme bringt den Elfer nicht an Lehmann vorbei und stürzte sich und ganz El Madrigal in Trauer.

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    Arsenal in Ekstase.

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