"Die Wahrheit über Tschernobyl"

11. Juli 2006, 09:57
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Österreich hat sich stark bei Hilfsprojekten für die Tschernobyl-Opfer engagiert

"Das ist die Wahrheit über Tschernobyl: Es gibt viel Blabla, jetzt zum Jahrestag werden wieder viele Konferenzen abgehalten, und dabei wird viel Geld verbraucht. Aber das einzige Land und die einzige ausländische Organisation, die wirklich etwas für die Opfer von Tschernobyl getan haben, sind Österreich und das Hilfswerk Austria."

Olga Aleinikowa, Direktorin der Kinderkrebsklinik in Borovlyany bei Minsk, streut den Besuchern aus Wien Rosen. Sie tut es im Wissen um die Erfolgsgeschichte ihres Spitals. 1997 wurde die von der Republik Österreich unter Beteiligung von Hilfswerk Austria mit insgesamt 144 Millionen Schilling (10,5 Mio. Euro) mitfinanzierte Klinik eröffnet. Das medizinische Knowhow kam vom St.Anna-Kinderspital in Wien. Seither ist die Überlebenschance von an Leukämie erkrankten Kindern von 13 auf über 70 Prozent gestiegen.

Inzwischen werden Kinder aus der gesamten ehemaligen Sowjetunion in der Kinik behandelt. Das neben dem Spital liegende SOS-Kinderdorf beherbergt in zwei Häusern Angehörige von Kindern, die zur ambulanten Behandlung nach Borovlyany kommen.

Hospize für Kinder und Erwachsene

Nahe der Krebsklinik steht die Zentrale des Weißrussischen Kinderhospizes, an dessen Aufbau das Hilfswerk Austria im Rahmen eines EU-Projekts ebenfalls beteiligt war. Im Haus, vor allem aber durch ein 18-köpfiges Team von Ärzten, Schwestern, Psychologen und Sozialarbeitern werden unheilbar kranke Kinder und deren Familien betreut. Mit dabei ist derzeit auch ein österreichischer Zivildiener, Paul Strohmeier aus Wien. Ein mobiles Hospiz für unheilbar erkrankte Erwachsene wird derzeit in Minsk aufgebaut und arbeitet bereits, ähnliche Projekte gibt es für zwei Bezirke im Südosten des Landes. Finanziert werden die Projekte von der EU und dem Hilfswerk Austria, das für die Ausbildung des Betreuungspersonals zuständig ist. (jk, DER STANDARD Printausgabe, 26.04.2006)

Spendenkonto: PSK 90.001.002,
Kennwort "Kinderkrebs"
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    foto: standard/andy urban
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