Praterplanung kommt auf den Prüfstand

12. Juni 2006, 13:55
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Nach langem Warten auf die Pläne soll nun die Einhaltung des Vertrages überprüft werden

Wien – Die neue Praterplanung dürfte nun auch ein Fall für das Wiener Kontrollamt werden: Ein Prüfantrag der Grünen Planungssprecherin Sabine Gretner wurde vom Gemeinderat dem Kontrollausschuss zugewiesen.

Die Ursache für die beantragte Kontrollamtsprüfung: Im Juni 2003 war die Firma "Imaginvest" des Themenparkplaners Emmanuel Mongon mit der Erstellung eines Masterplanes beauftragt worden. Vertragslaufzeit: drei Jahre. Der Plan liegt aber immer noch nicht vor – und soll erst diesen Juni präsentiert werden (DER STANDARD berichtete).

"Imaginvest sollte laut diesem 1,54 Millionen Euro-Auftrag aber auch die Umsetzung begleiten", erläutert Gretner, "und das dürfte sich in den verbleibenden zwei Monaten wohl kaum ausgehen." Auch sollte die Masterplanung Grundlage für die Entwicklungstätigkeit sein – die bis März 2007 abgeschlossen werden sollte. Dafür wurden 5,9 Millionen Euro plus Pachteinnahmen bereitgestellt. Jetzt würde Gretner vom Kontrollamt gerne wissen, ob zu diesen Preisen auch die entsprechenden Leistungen passen.

Neue Strandbar, Backstube

Dabei tut sich einiges im Wurstelprater: So wird diese Woche etwa eine neue Strandbar errichtet, eine "historische Backstube" und ein neues Karussell. Vor allem aber liegt bis Donnerstag ein Flächenwidmungsplan zur Einsicht- und Stellungnahme auf – obwohl es den Masterplan längst nicht gibt. Er sei aber im engsten Einvernehmen erstellt worden, heißt es dazu im Rathaus.

Montagabend fanden sich rund 300 Anrainer und Praterbetreiber bei einer Bürgerversammlung ein, um die neue Widmung zu diskutieren. Schwerpunkt der Diskussion: Die geplanten Garagenbauten – allen voran jene an der Ausstellungsstraße. Gretner: "Da soll auch eine Ladezone dazu kommen und so etwas wie eine Autowerkstatt – da wird dem Stuwerviertel so richtig der A... des Praters gezeigt."

Bierinsel-Konflikt

Bei allen Plänen gilt aber: Wenn sich jene, die jetzt eine Pacht für ihre Betriebe haben, weigern – passiert gar nichts. Für den zweiten Teil des Garagenprojektes müsste etwa die Wieselburger Bierinsel weichen. Hier bekam nun der Hauptpächter ein Kündigungsschreiben von der Stadt Wien – weil er eineinhalb Jahre keine Pacht gezahlt habe, heißt es im Büro der zuständigen Stadträtin Grete Laska.

Ebenfalls in Diskussion: Ein geplanter Parkplatz beim Hockeyverband. Auch der soll nicht kommen, wenn sich der Verband weigert. Die Stadt lockt mit Ersatzflächen.

Im Büro Laska wird betont, dass der lange erwartete Masterplan im Juni noch kurz vor dem Beschluss der Flächenwidmung im Gemeinderat präsentiert werden soll. (Roman David-Freihsl; DER STANDARD; Print-Ausgabe, 26.4.2006)

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