Schweizer Außenhandel auf Höhenflug

1. Juni 2006, 16:53
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Bei den Exportbranchen sticht im ersten Quartal die Uhrenindustrie hervor: Sie profitierte vom anhaltenden Boom bei Luxus-Uhren

Bern - Der Schweizer Außenhandel hat im ersten Quartal mit einem Überschuss von 2,8 Milliarden Franken (1,78 Mrd. Euro) abgeschlossen. Der Außenhandel zeigte sich damit in den ersten drei Monaten 2006 in bester Verfassung, wie die Eidgenössische Zollverwaltung am Dienstag bekannt gab.

Allerdings war bei den Ein- wie bei den Ausfuhren auch der Preisanstieg kräftig. Der Überschuss der Handelsbilanz fiel um fast 90 Prozent höher aus als im Vorjahresquartal.

Die Exporte nahmen nominal um 16,1 Prozent und real um 10,3 Prozent zu. Die Importe legten wertmäßig um 12,9 Prozent und teuerungsbereinigt um 8,5 Prozent zu.

Im Monat März betrug der Überschuss 836 Millionen Franken. Bereinigt um die Zahl der Arbeitstage, nahmen die Exporte nominal um 9,4 Prozent auf 15,140 Milliarden sFr zu (real: +4,8 Prozent). Die Importe erhöhten sich um 4,6 Prozent auf 14,303 Mrd. Franken (-0,6 Prozent).

Exportseitig vermochten alle größeren Branchen ihren Auslandabsatz im März um 20 Prozent und mehr zu steigern. Bei den Importen weitete sich die Investitionsgüternachfrage mehr als doppelt so kräftig aus wie die Konsumgütereinfuhren.

Rasanter Zuwachs bei Uhren-Exporten

Bei den Exportbranchen sticht die Uhrenindustrie hervor: Sie profitierte vom anhaltenden Boom bei Luxus-Uhren. Die Ausfuhren von Luxus-Uhren stiegen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat wertmäßig um 20,9 Prozent auf 1,023 Milliarden Franken.

Zum ersten Mal lag damit der Exportwert in einem Monat noch vor dem Weihnachtsgeschäft über einer Milliarde, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie mitteilte. Im ersten Quartal ergab sich ein Plus von 12,9 Prozent auf 2,8 Mrd. Franken.

Insgesamt wurden im März Fertiguhren im Wert von 936,1 Mio. sFr exportiert. Das ist eine Zunahme von 22,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere Uhren aus Stahl, 18-Karat-Gold und Bimetallen trugen zum Wachstum bei.

Doch aus die anderen Branchen profitierten von der großen Auslandnachfrage. Um fast ein Viertel erhöhten sich die Exporte von Präzisionsinstrumenten (+24,2 Prozent) im ersten Quartal.

Starke Nachfrage nach Genussmitteln

Ebenfalls sehr stark wuchsen die Ausfuhren der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (+20,4 Prozent). Bei der chemischen Industrie expandierten neben der Pharmasparte auch die Agrochemikalien auffallend kräftig (+17,2 Prozent).

Der Anstieg des Erdölpreises führte dazu, dass im ersten Quartal die Importe von Energieträgern um 53 Prozent auf drei Milliarden sFr anstiegen. Ansonsten fiel das Wachstum sehr unterschiedlich aus.

Die Importe von Investitionsgüter nahmen um hohe 16 Prozent auf 9,822 Milliarden sFr zu. Um 10,3 Prozent stiegen die Einfuhren von Konsumgütern.

Die Schweiz führte in den ersten drei Monaten aus allen Wirtschaftsräumen wertmäßig mehr Güter ein. Um rund ein Viertel stiegen die Importe aus den Transformations- und den Entwicklungsländern. Aus der EU wurde 12 Prozent mehr bezogen. Die Importe aus Deutschland erhöhten sich überdurchschnittlich. (APA/sda)

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