Neubau-Bürger gegen Garage

3. Juli 2006, 17:06
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Im Siebenten platzt ein Garagenprojekt und ermöglicht Alternativen

Wien - Grünen-Bezirksvorsteher von Wien-Neubau, Thomas Blimlinger, kann sich entspannt zurücklehnen, denn seine Arbeit in Sachen Tiefgarage Burggasse ist vorerst erledigt. Von 3. bis 21. April ließ er die Anrainer des Grätzels, die in der Burggasse zwischen Stuckgasse und St. Ulrichs-Platz wohnen, zum Bau einer Volksgarage befragen.

Suche nach alternativer Lösung

66,4 Prozent sprachen sich dagegen aus, 33,6 Prozent dafür. Von 4876 ausgeschickten Befragungsblättern kamen 1310 zurück, was einer Wahlbeteiligung von 40,46 Prozent entspricht. Blimlinger freute sich über die hohe Beteiligung bei der Präsentation der Zahlen am Dienstag und besprach die weitere Vorgehensweise. Diese werde nun sein, "auf politischer Ebene im Bezirk sowie mit der Stadt Wien" Gespräche zu führen. Einerseits stelle die Stellplatzsituation der Bewohner ein Problem dar, andererseits spreche sich die Mehrheit gegen eine Tiefgarage aus. Er nehme aber auch die Garagenbefürworter ernst, und werde sich mit alternativen Lösungsmöglichkeiten für die Parkplatzproblematik auseinander setzen, versicherte er.

"Obwohl die Umstände fragwürdig sind, akzeptiere ich das Ergebnis," sagte Bezirksvorsteher Stellvertreter Rainer Husty (SP). "Alles andere als ein Nein zur Volksgarage in der Burggasse bei der Blimlingerschen Privatbefragung hätte mich gewundert". Er hätte die Bürger des gesamten Bezirk dazu befragen lassen, sagte er.

In der Zeit während der Befragung sind dem siebten Bezirk die Flugblätter wohl nicht ausgegangen. Eine Initiative dafür sowie eine dagegen haben fleißig Informationsblätter verteilt und -Abende veranstaltet. Nicht Wahlberechtigte, zum Beispiel Eltern von Notre Dame de Sion-Volksschülern, Geschäftsbesitzer und andere, haben Unterschriften gegen die Garage gesammelt.

Zeit für Alternativen

Sowohl Brigitte Breth von der Garagen-Kontra-Seite ist "begeistert", als auch Brigitte Pagana-Hammer von der Pro-Seite ist "zufrieden" mit dem Ergebnis. Die eine freut sich, dass man sich "endlich der Verschönerung des Bezirkes" zuwenden könne, die im Rahmen des Bürgerbeteiligungsmodells Agenda 21 stattfindet. Die andere, dass sich immerhin 600 Befragte für die Garage aussprachen.

Beide Initiative sollen weiter bestehen bleiben. Vor allem Pagana-Hammer wartet auf Alternativ-Maßnahmen zum Parkplatzproblem, die der Bezirksvorsteher "schon vor fünf Jahren" angekündigt habe. Thomas Blimlinger verweist auf andere, unausgelastete Tiefgaragen in der Nähe und will sich für Anrainerparkplätze engagieren. (mil, DER STANDARD Printausgabe, 26.04.2006)

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