Ex-Chef Lay weist alle Schuld von sich

5. Juli 2006, 16:28
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In einem der größten Wirtschaftsprozesse der US-Geschichte müssen sich die früheren Enron-Chefs Kenneth Lay und Jeffrey Skilling seit Jänner vor einem Gericht verantworten

Houston - Der angeklagte frühere Enron-Chef Kenneth Lay hat im Prozess um die spektakuläre Pleite des Energiekonzerns alle Schuld von sich gewiesen. Er übernehme in keiner Weise die Verantwortung für kriminelle Machenschaften im Konzern, sagte Lay am Montag bei seiner Befragung im Zeugenstand.

Stattdessen beschuldigte er den früheren Finanzchef des Konzerns, Andrew Fastow, Millionensummen am Konzernchef vorbei in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Fastow sei unglaublich brillant darin gewesen, seine Transaktionen zu verschleiern.

Vertrauter von Präsident Bush

Die Staatsanwaltschaft wirft Lay und dem anderen früheren CEO Jeffrey Skilling Betrug, Verschwörung und Insider-Handel vor. Die beiden Konzernchefs sollen maßgeblich an milliardenschweren Bilanzierungstricks und Täuschungsmanövern beteiligt gewesen sein, die im Dezember 2001 zum Kollaps von Enron führten. Finanzchef Fastow hatte gestanden, Milliardenschulden in Tochterfirmen versteckt und Gewinne vorgetäuscht zu haben. Lay und Skilling hätten ihm dafür jedoch grünes Licht gegeben.

Bei Schuldsprüchen drohen dem 64-jährigen Lay und dem 52-jährigen Skilling jahrzehntelange Haftstrafen. Lay galt als Förderer der Republikanischen Partei und Vertrauter von US-Präsident George W. Bush. Der Sohn eines Ministers war 15 Jahre Enron-Chef, bevor 2001 Skilling das Ruder übernahm. Sechs Monate später trat Skilling jedoch zurück und überließ Lay erneut die Leitung des Konzerns. (APA/Reuters)

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    Lay beschuldigt den früheren Finanzchef Fastow.

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