Millionenregen für Universitätsgebäude

8. März 2007, 11:38
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Bis 2011 soll die heimische Uni-Landschaft in neuem Glanz erstrahlen - Rektoren, BIG und das Finanzministerium haben sich über die Mittel geeinigt

Obergurgl - 620 Millionen Euro werden bis 2011 in Sanierungen und Neubauten der österreichischen Universitäten fließen. Ein Detailpaket mit 25 Großprojekten an allen Universitäten haben die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), das Bildungsministerium und die Rektoren nun vorgestellt.

Die BIG ist seit 2001 Eigentümerin aller 700 universitären Liegenschaften mit einer Gesamtfläche von mehr als 1,5 Mio. Quadratmetern, wofür sie 800 Mio. Euro bezahlt und seither 775 Mio. investiert hat. Die jetzt fixierten Investitionen in die Generalsanierung der heimischen Universitäten steigern das jährliche Bauvolumen der BIG um 20 Prozent, sagte Geschäftsführer Christoph Stadlhuber.

529 Millionen wurden dazu zwischen Rektoren, BIG, Bildungs- und Finanzministerium ausverhandelt, 80 Mio. kommen aus den Bestandsmieten. Laut Finanzierungsmodell werden die Bauvorhaben von der BIG vorfinanziert und von den Universitäten über Zuschlagmieten refinanziert. Die Verträge werden demnächst unterschrieben.

Planungssicherheit

Manfried Gantner, Rektor der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, der das Paket mitverhandelt hat, ist mit den vom Bund zur Verfügung gestellten 529 Mio. Euro zufrieden. "Entscheidend ist, dass die Universitäten damit Planungssicherheit gewonnen haben", sagte Gantner.

Helmut Moser, Sektionschef im Bildungsministerium, trat der Kritik entgegen, viele Uni-Gebäude seien in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden, weshalb jetzt ein höherer Sanierungsbedarf bestünde. Bei einem derart hohen Gebäudebestand, sei immer ein Teil an seinem Nutzungsende. Am Beispiel des 25 Jahre alten Biologie-Zentrums in der Wiener Althan-straße zeigte Moser, dass durch sorgsamen Umgang eine um etwa fünf Jahre längere Nutzung möglich war, als es dem üblichen Lebenszyklus von Gebäuden entspricht. Ab Ende 2007 erfolge um 43 Mio. Euro die Generalsanierung.

Weitere große Brocken sind etwa die vor Baubeginn stehende Zahnklinik in Wien (56,5 Mio. Euro), die Sanierung der TU-Wien (42 Mio.), das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften Graz (34,3 Mio.), die erste Baustufe für den Science Park Linz (24,6 Mio. Euro/Gesamtprojekt 60-70 Mio.), Ersatzneubau für Chemie und Theoretische Medizin in Innsbruck (70 Mio.).

Sollte sich die TU-Wien für Aspern entscheiden, mache die Sanierung des Standortes Karlsplatz trotzdem Sinn, betonte Moser, weil die TU "als historisches Repräsentationsobjekt im Stadtzentrum behalten wird".

Anlass für die Wahl des Präsentationsortes war die Erweiterung des Universitätszentrums in Obergurgl im Ötztal. Das frühere Bundessportheim wurde 2000 von der Uni Innsbruck übernommen und ist inzwischen ein gut genutzter Tagungsort. (DER STANDARD-Printausgabe, 25.4.2006)

Von Hannes Schlosser
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