Dickes Vorverkaufsplus

17. Juli 2006, 12:35
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Die Festspiel-Reihe "M22" könnte zum Quotenhit werden - 92 Prozent aller Opernkarten bereits verkauft - 40 Prozent mehr westliches Ausland

Salzburg - Die Idee von Festspielintendant Peter Ruzicka, im Mozart-Jubiläumsjahr sämtliche 22 Bühnenwerke von Mozart aufzuführen, ist an den Kassen schon jetzt ein Erfolg. Mit Stand Mitte April 2006 ist die Nachfrage nach Karten für die Festspiele 2006 um 20 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Rund 92 Prozent aller Opernkarten der Reihe "M22" sind bereits verkauft, obwohl die Zahl der angebotenen Karten von 65.000 auf 105.000 gestiegen ist.

"Besonders erfreulich ist, dass sich die Festspielbesucher nicht nur für die gängigen, bekannten Mozartopern interessieren, sondern auch für die vielen so gut wie unbekannten Bühnenwerke von Mozart", so der kaufmännische Direktor der Festspiele, Gerbert Schwaighofer. Acht Mozartopern - darunter "Don Giovanni", "Mitridate", "Titus" und "Die Zauberflöte" - seien längst ausverkauft, aber auch für die einst so umstrittene "Entführung" werde es in den kommenden zwei Wochen keine Karten mehr geben. Dasselbe gelte auch für "Il Sogno di Scipione", "Zaide", "La Finta Giardiniera", "Apollo et Hyacinthus", "Lucio Silla" oder "Ascanio in Alba". Für diese Opern gebe es nur noch einzelne Kartenkategorien an einzelnen Aufführungsterminen, wie Andreas Vrtal, Leiter des Kartenbüros der Salzburger Festspiele, zufrieden feststellte. "Es ist zudem zu beobachten, dass viele unserer Gäste die Gelegenheit ergreifen, mehrere Opernkarten zu kaufen und entsprechend länger in Salzburg zu bleiben."

Erst 60% der Karten für Trilogie von Regisseur Joachim Schlömer

Schlusslicht im Publikumsinteresse ist die Trilogie von Regisseur Joachim Schlömer - von den drei Abendprogrammen "La Finta Semplice", einem Arienprogramm und den Fragmenten "L'oca del cairo" und "Lo sposo deluso" sind erst 60 Prozent der Karten verkauft. "Das liegt am eher unglücklichen Titel 'Irrfahrten'", aber wir sind optimistisch, so Schwaighofer.

Die gestiegene Nachfrage nach Opernkarten bewirkt einen Rückgang bei den Konzertkarten. "Wie viel genau, ist derzeit kaum zu sagen, aber wir liegen auch hier im grünen Bereich. Vom so stark gestiegenen Interesse nach Opernkarten kaum betroffen ist das Schauspiel, da haben wir mit "Jedermann", "Höllenangst", "Amphitryon" und "Viel Lärm um nichts" ebenfalls vier schon jetzt restlos ausverkaufte Produktionen", so Vrtal.

Besonders stark gestiegen ist das Interesse bei den Gästen aus Japan, USA, England, Frankreich und Italien - Opernfans aus diesen Ländern haben um 40 Prozent mehr Karten bestellt. Sorgenkind hingegen bleibt der ehemalige Ostblock. "Wir haben bisher vom touristischen Boom aus diesen Ländern nicht profitieren können, da scheint es wenig Interesse für unser Angebot zu geben. Dort müssen wir ansetzen, dort liegt unser Hoffnungsmarkt für die Zukunft", so der Leiter des Kartenbüros bei den Salzburger Festspielen. (APA)

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