Minister Pröll bekräftigt Nein zur Atomenergie

11. Juli 2006, 09:57
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Gedenkveranstaltung zur Reaktor-Katastrophe in Kiew: "Atomkraft wird nie eine sichere Form der Energieerzeugung sein"

Wien/Kiew - Mit deutlichen Worten bekräftigte Umweltminister Josef Pröll am Montag im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in Kiew anlässlich des 20. Jahrestages der Katastrophe in Tschernobyl Österreichs Nein zur Atomenergie: "Tschernobyl war keine Naturkatastrophe, sondern ein von Menschenhand geschaffenes Unglück. Atomkraft wird nie eine sichere Form der Energieerzeugung sein, die vom Menschen kontrolliert werden kann", so der Umweltminister.

Pröll betonte überdies die Bedeutung der Umsetzung von österreichisch-ukrainischen Projekten mit erneuerbaren Energieträgern. Österreich und die Ukraine betreiben seit 1998 eine Energiepartnerschaft, die das Ziel der Nutzung erneuerbarer Energieträger und der Steigerung der Energieeffizienz im Rahmen des Klimaschutzprogramms Joint Implementation (JI) verfolgt, hieß es in einer Aussendung des Umweltministeriums.

"Konsequente Anti-Atompolitik"

Seit 2005 seien bereits vier JI-Projekte mit der Ukraine fertig entwickelt worden, darüber hinaus befänden sich drei Grubengasprojekte und vier Fernwärmeprojekte in Arbeit. Österreichische Unternehmen liefern Energietechnologien im Wert von rund 80 Millionen Euro für sechs Klimaschutzprojekte in die Ukraine, so das Ministerium. Die CO2-Reduktion durch diese Projekte mit österreichischer Beteilung betrage etwa 3,1 Mio. Tonnen pro Jahr.

"Die österreichische Bundesregierung verfolgt eine klare und konsequente Anti-Atompolitik und macht dies auch zu einem Schwerpunkt während des EU-Ratsvorsitzes. Der europäische Biomasse-Aktionsplan sowie die weitere Steigerung der Energieeffizienz sind wichtige Initiativen. Österreich wird die europäischen Ziele im Inland möglichst rasch umsetzen und seine führende Position bei erneuerbaren Energieträgern weiter ausbauen", sagte Pröll. (APA)

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