ÖH startet neue Doktorats-Initiative

von Redaktion  |  21. August 2006, 10:51
  • Artikelbild: Mehr Unterstützung für Jungforscher fordert die ÖH mit ihrer Doktorats-Initiative.  - Foto: standard/Cremer

    Mehr Unterstützung für Jungforscher fordert die ÖH mit ihrer Doktorats-Initiative.

Interessensvertretung für Doktorats­studierende: Bessere Vernetzung mit Scientific Community, bessere soziale Absicherung

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen (z. B. APA und REUTERS) basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
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Chien de Pique 
25.04.2006 16:58
Die beste Doktoratsinitiative wäre die Aussetzung

der Studiengebühren (oder deutliche Reduktion) für das Doktoratstudium. Die Arbeit an einer Diss. kann sich berufsbegleitend (ich meine abseits des akademischen Betriebes) über Jahre ziehen, ohne dass noch Ressourcen der Universität in Anspruch genommen würden, mit Ausnahme der Bibliothek (und der paar in neuerer Zeit eingeführten, so schikanös lästigen wie unnötigen Pflichtstunden).

David Haardt
25.04.2006 19:34
Und zum Thema Pflichtstunden:

Die sind nicht notwendigerweise schikanoes laestig und unnoetig. In Deutschland bluehen Gratuiertenkollegs auf wo man gezielt anspruchsvolle Kurse besuchen muss, waehrend in Oesterreich das Doktorat weiterhin in vielen Faechern fast nur aus der Diss besteht. Hier herrscht grosser Nachholbedarf! Es ist eine Illusion zu glauben dass ein blosses Diplomstudium eine hinreichende Qualifikation fuer ein echtes Doktorat ist (fuer eine "lange Dipl-Arbeit"-Diss reichts evtl).

Das Problem ist natuerlich dass die Unipolitik die Qualitaet der Doktorandenausbildung gar nicht verbessern _will_ weil sonst ja mehr Leute in Oesterreich das Doktorat machen wollen wuerden und dann die jetzt schon ueberall evidenten Finanzmaengel noch extremer zu Tage traete

David Haardt
25.04.2006 19:29
Das war von Anfang an ein gutes Argument gegen das schwachsinnige Studiengebuehrensystem von Gehrer.

Betrifft naemlich berufstaetige Studierende allgemein -- nicht nur Doktoranden. Ich und viele andere haben dieses Argument von Anfang ins Rennen gebracht, aber die OeVP hat natuerlich trotzdem ihren unflexiblen Schwachsinn durchgezogen. Tja, selbst schuld wer diese Partei noch waehlt.

terrance
25.04.2006 17:56

Andererseits nimmt ein Dissertand auch mehr von der knappen Ressource habilitierter Hochschullehrer in Anspruch;)

Welke Nelke
25.04.2006 20:41
t

das wort heisst übrigens deshalb "dissertantIn" mit hartem "t", weil es im gegensatz zu "diplomandIn" ("ein/e zu diplomierende/r") vom partizip aktiv ("eine/r, der/die dissertiert") abgeleitet ist. ob eine solche abstufung sinnvoll ist, ist allerdings wieder eine andere frage...

David Haardt
25.04.2006 19:31
Wirklich?

Wenn jemand 15 Wochenstunden LVAs besucht nimmt er bei Hoererzahlen von durchschnittlich 50 Leuten 0,3 Mannstunden pro Woche in Anspruch.

Die meisten oesterreichischen Doktoranden haben wohl eine deutlich geringere Betreuung als 18 exklusive One-on-One-Minuten pro Woche.

papper l'papp
25.04.2006 18:59

nein. zumindest nicht auf der sozialwissenschaftlichen fakultät.
aber man könnte ja zehnerblockkarten verkaufen. die betreuer lochen diese pro 1 Stunde Betreuung.

Protagoras v. Abdera
25.04.2006 21:29
Oder Bezugsscheine für email-Auskünfte

krawuzi3
25.04.2006 10:36
kann ja wohl..

nur ein scherz sein. soziale absicherung? hätt ich auch gern gehabt. musste nach über 1.5jahren mein doktorat (nawi) abbrechen, da mein vertrag (aus wahnwitzigen gründen) nicht verlängert wurde. man steht dann da mit rein gar nix. verlorene zeit...die bisherige arbeit ist nicht verwertbar, hilfe von div. stellen nicht zu erwarten/zu bekommen. mir wird echt schlecht bei solchen meldungen...

David Haardt
25.04.2006 14:25
"die bisherige arbeit ist nicht verwertbar"

Warum nicht, wenn ich fragen darf?

terrance
25.04.2006 17:58

Weil oft extrem spezifische Bereiche untersucht werden, die gerade mal den Betreuer und 20 andere Spezialisten interessieren. Mit einer halbfertigen Arbeit dieser Art kann man dann schlecht an die Tür eines anderen Instituts klopfen.

some user
25.04.2006 11:56
kann ja wohl..

nur neid sein, anderes etwas nicht zu vergönnen nur weil man es selbst nicht hatte!?

Flann O'Brien
25.04.2006 08:53

Die größte Sauerei der an Sauereien wahrlich nicht armen Bundesregierung ist wohl, dass Doktoranden, ohne die ein Institut einpacken könnte, noch Studiengebühren zahlen müssen.

Martin G
25.04.2006 14:55

Naja.

Die Doktoranden, auf die das Institut *angewiesen* ist, werden in der Regel auch als Projektassistenten angestellt. Die haben dann auch ein Angestelltenverhältnis, soziale Absicherung, Emailadressen, etc. (geht mir und ALLEN Dissertanten, die ich kenne, so - allerdings: Im Bereich Informatik).

Die Kritik mit der Studiengebühr ist berechtigt; im Moment muss man einen Teil seines Gehalts dafür, dass man arbeiten "darf", wieder einzahlen. Die Anzahl der im Rahmen der Dissertation zu absolvierenden LVAen ist vernachlässigbar gering, und organisatorischer Aufwand für die Universität ist bei einer Diss de facto nicht vorhanden, also was kostet da?

Freier Leser
25.04.2006 21:17
Wahnsinnn: sogar Email-Adressen

Viele Forschungsförderungsfonds schließen eine finanzielle Unterstützung von Dissertationen aus!

abau
25.04.2006 15:59

sie grenzen ihre Aussage sowieso ein: "Informatik".

Auf der Fakultät für Psychologie sieht es in Wien so aus: Doktoranden forschen (meist gratis)... Publikationen gehen aber an die Professoren (sind ja auch Erst- oder Zweitautoren).

Hat man Glück, erwischt man einen Prof. der älteren Generation, der einen als Mentor unterstützt. Die "jüngere" Generation hat nur noch die Evaluationen vor Auge und versucht, Publikationen zu bekommen. Ergo: Will man eine Dissertation schreiben, muss man sich mit einer fehlenden Finanzierung und sehr viel Zusatzarbeit zufrieden geben.

Gustaf Gockel
25.04.2006 08:56

das unterschreibe ich auch.

Motoo Kimura
24.04.2006 22:29

Und wo bitte soll's das geben, dass doktoranden die institutsadresse NICHT als berufliche anschrift verwenden dürfen. so was ist mir bisher noch nie untergekommen, aber ich lass mich gern eines besseren belehren.

(etwaige -Innen und so an den passenden stellen bitte selbständig mitdenken)

abau
25.04.2006 15:55

Sie beziehen sich anscheinend auf Nawi-Doktoranden. Im sozialwissenschaftlichen Bereich ist es sehr schwer, (finanzielle, administrative aber auch persönliche) Unterstützung zu bekommen. Man wird dort als "Einzelkämpfer" behandelt.

David Mungo
25.04.2006 13:17
Missverständnis

Ich nehme an, du beziehst dich auf Leute, die auch einen Dienstvertrag haben (d.h. FWF-, ÖAW-Projekte, etc.). Der Artikel bezieht sich aber auf die (sehr kleine) Gruppe jener, die einfach nur ein Doktoratsstudium ohne Anstellung machen und höchsten ein Forschungsstipendium haben. Für die gibt's keine Mitarbeiteradressen.

abau
25.04.2006 15:54

"sehr kleine" Gruppe kann es zumindest in der Psychologie in Wien nicht sein... dort bekommt man nur sehr schwer eine Anstellung... die meisten kämpfen sich mühsam durch

Schottentor U-Bahn
25.04.2006 13:14

Im juristischen Bereich ist das vollkommen unüblich! Dort sind ja auch die meisten Doktoranden NICHT gleichzeitig Mitarbeiter des Instituts...

Gustaf Gockel
25.04.2006 09:02

(hätte nicht gedacht, daß mir noch mal die ehre zuteil würde, mit motoo kimura kommunizieren zu dürfen!)

Gustaf Gockel
25.04.2006 09:00
das habe ich mich auch gefragt

alle mir bekannten verwenden (sind allerdings alle im nawi bereich) uni-institutsadressen (viele auch uni-email adressen) und werden zu diversesten kongressen geschickt. lediglich eigene postfächer haben nicht alle.

sea
25.04.2006 12:13

also bei uns im sowi-bereich ist es nicht so. postadresse nur schwierig am institut, null unterstützung vom institut gegeben für konferenzen.

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