Knöpfe fanden bereits im Altertum als Verschlussart Verwendung und als "Bouton à queue" ab dem 17. Jahrhundert Verbreitung
So vielfältig die Form, Größe, Farben, Verzierungen und das Material (Knochen, Holz, Horn, Metall, Glas, Edelstein, Schildpatt, Perlmutter, Posamentrie, Porzellan, Steinnuss und Kunststoff) eines Knopfes, so weitläufig auch seine Einsetzbarkeit. Die Herkunft des Knopfes, der neben dem Zweck des Verschlusses auch als Zierde der Kleidung verwenste wird, reicht weit zurück. Laut Mode- und Kostümlexikon ist er (mhd. knouf "Knauf") zentralasiatischen Ursprungs und war bereits im Altertum bekannt.
Die Phrygier trugen kleine Leinwandknäuel mit Stiel an den Gewändern, die durch Schnurschlingen geschoben wurden. Auch in der griechisch-antiken Kleidung gab es Knöpfe (griech. pyrénia "Kern") etwa ab dem 6. Jahrhundert v.u.Z., zum Beispiel, um den Chiton (Tunika) an den Schultern zusammenzuknöpfen. Bei den Germanen wiederum wurde der Wickelrock im Rücken mit einem Doppelknopf fixiert und im byzantischen Kulturkreis der Knopf mit einer Öse geschlossen.
Fibel, Spange, Nestel
Europa stellte laut Ingrid Loschek (Reclams Mode- und Kostümlexikon) eine Ausnahme dar. Hier wurden bis ins hohe Mittelalter anstelle der Knöpfe Fibeln, Spangen sowie Nesteln verwendet, später dann Haken und Ösen. Erst im 13. Jahrhundert kam der Knopf - angeblich durch die Kreuzfahrer - nach Europa. Anfänglich diente er zum Schließen des Halsschlitzes und der vertikalen Schlitze am Unterarm der Ärmel, ab dem 14. Jahrhundert als Verschluss der "Schecke" (Männerrock) und ab 1380 des Kleids der Frau an der Vorderseite. Daraufhin erhielten jedoch schon bald wieder - und bis ins 19. Jahrhundert hinein - Haken, Ösen und Bänder den Vorrang in der Damenkleidung.
Im 16. Jahrhundert setzte sich der Knopf am Wams (Leibrock) des Mannes durch. Und zwar waren an beiden Kanten desselben Knöpfe angebracht, so dass ein Schließen in beiden Richtungen möglich war; dafür gab es vorerst keine Regel.
Der Knopf als Zierde
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der Knopf als Zierobjekt entdeckt. Beispielsweise "schockweise" zu 60 Stück an den Außennähten wadenlanger Herrenhosen. Ein französischer Graf soll Knöpfe mit dem Porträt seiner Geliebten getragen, ein anderer kleine Uhren als Rockknöpfe verwendet haben. Der "Bouton à queue" war total en vogue, ab Ende des Jahrhunderts wurde er auch "Brandenbourgs" genannt. Nun kannte der Einsatz von teuren Materialien keine Grenzen. Jedoch fertigte man sehr kostbare Knöpfe zum Durchstecken an, so dass sie auswechselbar und damit mehrfach einsetzbar waren. Sie wurden durch zwei Knopflöcher geschoben und mittels eines querzustellenden Dornes gehalten.
Aus dem "Brandenbourgs" hat sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit der Knebelknopf entwickelt, der heute für den Dufflecoat verwendet wird. Zumeist aus Holz, Leder, Bambus oder Posamentierarbeit hergestellt, wird er mit einer Schlaufe anstelle eines Knopflochs am Gewand befestigt.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Links-auf-rechts-Knöpfung (Knopf rechts, Knopfloch links) in der Herrenmode zum ungeschriebenen Must. Bei der Frau setzte sich im Gegensatz zum Mann die umgekehrte Schließform duch (von rechts auf links).
Ebenfalls im 19. Jahrhundert kamen die "Junggesellenknöpfe" auf. Dabei handelt es sich um zwei zusammenpressbare Knöpfe, die das Knopfannähen erübrigten.
Druckknopf und Manschettenknopf
Der Druckknopf wiederum, ein zweiteiliger aus Feder- und Kugelteil bestehender Patentknopf aus Messing, seit den 50er-Jahren auch aus Kunststoff, sorgte - ebenfalls im 19. Jahrhundert - als unsichtbarer Verschluss für Aufsehen. Das erste Patent wurde 1861 in England eingereicht, 1885 erfand Heribert Bauer eine zweiteilige, leicht aufspringende Feder für den Druckknopf, die als Patent 1903 von der Firma William Prym in Stolberg aufgekauft und durch eine Doppelfeder aus Bronze verbessert wurde. Nun seztzte sich anstelle der Haken und Ösen der Druckknopf erstmals beim Reformkleid um 1900 durch und kam 1939 auch als Einiet-Druckknopf auf den Markt.
Der Manschettenknopf, zwei mittels eines Kettchens oder Metallstegs verbundene Schmuckknöpfe oder ein Schmuckknopf mit Metallsteg und Knebel, stammt aus dem 19. Jahrhundert und wird seit den 1960er-Jahren bis heute vorwiegend am Abendhemd eingesetzt. (dabu)