Rektoren kritisieren Einspruch gegen Medizin-Quoten

1. Juni 2006, 10:57
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Rot-grüne Ablehnung im Bundesrat mit "großem Bedauern zur Kenntnis" ge­nommen - Ärztekammer: "Parteitaktische Unterwanderung auf Kosten der Studenten"

Wien - Die Rektorenkonferenz (ÖRK) kritisiert den Einspruch von SPÖ und Grünen im Bundesrat gegen die neue Quoten-Regelung für die Medizin-Unis (derStandard.at/Uni berichtete. Den Einspruch und die damit verbundene Verzögerung in der Gesetzwerdung nehme man mit "großem Bedauern zur Kenntnis", hieß es am Sonntag in einer Aussendung.

Den Bemühungen um Rechtssicherheit im Interesse der Universitäten und Studierenden werde damit "kein guter Dienst erwiesen", so die ÖRK. Die vom Gesetzgeber auf zwei Jahre befristete Möglichkeit der Zugangsbeschränkungen in den Fächern Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin sowie Biologie, Psychologie, Pharmazie, Betriebswirtschaftslehre und Publizistik müsse schon deshalb aufrecht bleiben, weil der bisherige Beobachtungszeitraum keine abschließende Beurteilung ermögliche. Auch die von der ÖRK ausdrücklich begrüßte Neugestaltung des Doktoratsstudiums als Teil der Gesetzesnovelle werde durch den Einspruch der Länderkammer verzögert.

Die Rektorenkonferenz hoffe, dass mit der neuerlichen Behandlung der Materie durch den Nationalrat die Anfang März beschlossene Regelung wie vorgesehen in Kraft treten könne, hieß es.

Bereits am Samstag hatte die Ärztekammer Kritik an Bundesrats-Veto geübt. Ärztekammer-Präsident Reiner Brettenthaler hatte das Veto als "parteitaktische Unterwanderung eines notwendigen Plans auf Kosten der Studenten" bezeichnet. (APA)

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    Wenig Freude haben die Rektoren mit dem Einspruch von der rot-grünen Mehrheit im Bundesrat. Im Bild der Chef der Rektoren­konferenz Christoph Badelt.

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