Ost-Fantasie mit Zertifikaten

2. Mai 2006, 14:26
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Börsenindizes werden für Zertifikate immer wichtiger - vor allem jene die auf Indizes der osteuropäischen Börsen setzten, befinden sich im Blickfeld der Investoren

Wien - Dass Börsenindizes nur als Kursbarometer gedient haben, das war einmal - vor langer Zeit. Heute sind Indizes zwar nach wie vor wichtige Maßstäbe wenn es um die Performance geht, aber auch Basis für weit mehr.

Die Palette reicht von Investmentfonds, deren Anlageziel es ist, die Börsenindizes nachzubilden, über Index-Zertifikate, die für den Investor gegenüber Fonds meist etwas billiger kommen und rasch handelbar sind, bis zu den dazugehörigen Derivaten aller Art.

CEE-Märkte im Fokus

Die Wiener Börse, deren Leitindex ATX derzeit auf Rekordjagd ist und vergangenen Freitag bei einem Schlusskurs von 4258,50 Punkten ein neues All-Time-High markiert, spielt dabei gehörig mit. Neben dem ATX - Austrian Traded Index, der derzeit aus 21 Blue Chips der Wiener Börse besteht - und seinen Ablegern haben sich Karl Brauneis, Chef der Abteilung Markets & Products der Wiener Börse, und seine Mitarbeiter schon seit Jahren auf die Ostmärkte spezialisiert. Anfangs war dies nicht leicht, wie Brauneis zugibt. "1998 in der Russlandkrise haben wir uns wirklich gefragt, ob ein Index auch auf null gehen kann. Wir kamen zum Schluss, dass 13 der Mindestwert für den Russian Traded Index (RTX), den wir im Oktober 1997 bei 1000 Punkten begonnen hatten, wäre." Inzwischen hat gerade dieser Index, der im Jahr 2001 noch zwischen 300 und 400 Punkten pendelte, in den vergangenen Monaten - nicht zuletzt dank der Schwergewichtung auf Energie-Aktien - laufend neue Höchststände erreicht und liegt derzeit etwa bei 2600 Punkten.

Ost-Indizes Mindestens ebenso wichtig wurden zuletzt die Länderindizes für die Börsen in Osteuropa:

CTX für die attraktivsten tschechischen Aktien,

PTX für Polen und

HTX für Ungarn sowie

CECE für alle drei zusammengefasst, die in Wien entwickelt wurden.

Viele Banken haben für diese Indizes bereits derivative Produkte auf den Markt gebracht und damit für den privaten Investor einen leichten und spesengünstigen Zugang ermöglicht. Jetzt geht es weiter: Zusammen mit der Raiffeisen Centrobank (RCB) wird die anstehende EU-Erweiterung in Südosteuropa indexmäßig abgebildet.

Der SETX (South-East Europe Traded Index) besteht aus 14 Blue Chips, die an den Börsen Bukarest, Laibach, Zagreb und Sofia gehandelt werden. Der Index wird in US-Dollar und Euro berechnet. Zusammen mit dem CECE-Index bildet er den CECExt.

Für vorsichtige Anleger

Kleinere Anleger, die mit den Osteuropa-Börsen nicht sehr vertraut sind und oft auch mit den osteuropäischen Sprachen Schwierigkeiten haben, können jetzt über entsprechende Index-Zertifikate der RCB in diese Märkte einsteigen. Für die vorsichtigen Anleger bietet das Zertifikate-Team um Heike Arbter Discount-Zertifikate an, für Optimisten so genannte Turbo-Return-Zertifikate und Optionsscheine.

Zertifikate-Guru und Herausgeber des ZertifikateJournals, Christian Röhl, setzt auf diese neuen Möglichkeiten. Dies verwundert wenig, denn die RTX-Zertifikate der RCB waren zuletzt der "große Renner" in dem von Röhl geführten Muster-Portfolio. Nikolaus Dolenz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.4.2006)

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    Anleger blicken nach wir vor gespannt auf die Börsenmärkte in Osteuropa. Vor allem Zertifikate auf die Indizes der Börsen in CEE haben Anleger derzeit im Fokus.

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