Grüne waren nur in den Umfragen Spitze

5. Mai 2006, 16:03
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Jeder fünfte Bewohner Innsbrucks studiert - mit Infografik

Innsbruck - Es war ein Wahlabend, wie ihn die Grünen schon öfter erlebten: Sie erreichten ein gutes Ergebnis - das aber weit unter den Höhenflügen lag, das ihnen die Umfragen prophezeit hatten. Den grünen Wunschträumen vom Bürgermeistersessel folgte die Ernüchterung. Dementsprechend enttäuscht kommentierten die Grünen, die sich erneut als Umfragekaiser erwiesen, das Ergebnis. Uschi Schwarzl, Spitzenkandidatin der Grünen, formulierte es so: "Wir haben nach den Sternen gegriffen - aber die Sterne sind noch dort, wo sie waren."

Aufgrund der exzellenten Umfragen waren auch die Wahlziele der Grünen formuliert worden - die sich alle als unerreichbar erwiesen, wie Schwarzl offen zugab: "Wir haben unsere zwei Wahlziele nicht erreicht, nämlich Erste zu werden und mehr als 20 Prozent." Dennoch wollte sich Schwarzl das Wahlergebnis nicht schlechtreden lassen: "Wir haben ein lachendes und ein weinendes Auge. Denn immerhin ist unser Ergebnis das beste Grün-Resultat einer Landeshauptstadt."

Hohe Erwartungen

Auch Kurt Grünewald, Tiroler und Nationalratsabgeordneter der Grünen, seufzte: "Die Erwartungen lagen höher." Auch deshalb, weil Innsbruck eine Studentenstadt ist: Auf 117.000 Einwohner kommen rund 25.000 Studierende - das ist gut jeder fünfte. Die hohe Studierendenquote hängt vor allem mit dem weit über Tirol hinaus reichenden Einzugsgebiet zusammen. Innsbruck versteht sich traditionell auch als "Landesuniversität" für Südtirol (3669 Südtiroler sind aktuell inskribiert) und als erste Adresse für Studierende aus Vorarlberg (2473 kommen von dort).

Politologe Anton Pelinka sieht im hohen Studentenanteil einen Grund für die guten Grün-Ergebnisse. (bs, DER STANDARD, Printausgabe 24.4.2006)

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    grafik: der standard
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