Radioaktive Bürgerliche machen um Wien mobil

7. Juni 2006, 14:25
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Frequenz 98,3 soll bis Juni vergeben sein

Graz könnte einfach werden. Bleibt die Medienbehörde KommAustria bei ihrer Linie von Tulln über Ybbs bis Linz und Salzburg, erhält Radio Arabella die Frequenz 94,2 an der Mur. Arabella gehört der bürgerlichen wie bayerischen Oschmann-Gruppe.

Wien ist anders. Arabella sendet hier längst. Wie berichtet, tippt mancher der rund 20 Mitbewerber um die Frequenz 98,3 daher auf den Rocksender Radio Star. Ihn vertritt der höchst erfolgreiche Arabella-Anwalt Michael Krüger, der jede sonstige Star-Verbindung zu Arabella dementierte. Beteiligt ist die katholisch-bürgerlich geprägte Styria Medien AG (Kleine Zeitung, Die Presse). Mitbewerber spekulieren: Wenn nicht Arabella, wenigstens der FP-Abgeordnete und Justizminister a. D. Krüger.

Massive Unterstützung aus der ÖVP für Sunshine Radio

Wäre da nicht massive Unterstützung aus der ÖVP für Sunshine Radio, ein Ableger der Wiener Passage-Veranstalter. Michael Fischer, Politischer Direktor der ÖVP, mobilisiert nach STANDARD-Informationen in schwarzen Kreisen massiv für seinen besten Freund Matthias Kamp. Der ist einer der zwei Betreiber von Sunshine Radio und wie berichtet Sohn des VP-Bundesfinanzreferenten. Am Sunshine-Konzept bastelte Benjamin Loudon, dessen Agentur für die Wiener ÖVP wahlkämpfte.

Nicht leicht für Komm Austria-Chef Michael Ogris, der bis Juni entscheiden will. Wiens Landesregierung empfahl einstimmig Mitbewerber Lounge FM; der Rundfunkbeirat konnte sich nicht auf Star oder Sunshine einigen.

DER STANDARD hat sich um die Frequenz mit einem Inforadio beworben. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 24.4.2006)

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