Gazprom will in Deutschland Strom produzieren

1. Juni 2006, 19:34
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Verhandlungen über Mehrheitsbeteiligung an Kraftwerk Lubmin

Berlin - Der russische Energiekonzern Gazprom will nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" auch auf den deutschen Strommarkt vordringen. Nach Informationen des Blattes verhandelt das Unternehmen über eine Mehrheitsbeteiligung an dem von der Concord Power GmbH geplanten Gas- und Dampfkraftwerk (GuD) Lubmin bei Greifswald.

Der Bau des mit 1.200 Megawatt größten deutschen Gaskraftwerks solle es der Gazprom ermöglichen, weiteren Nutzen aus der geplanten "Ostseepipeline" zu ziehen, die ab 2010 St. Petersburg mit Greifswald verbinden soll. Zudem gelänge es Gazprom über die Kraftwerksbeteiligung, einen Zugang zum Endkundengeschäft in Deutschland aufzubauen.

Gazprom-Chef Alexej Miller hatte damit gedroht, Europa bei der Erdgas-Versorgung zu benachteiligen, falls ihm dieser Endkunden-Zugang verwehrt würde. Die Gazprom ist der größte Erdgas-Produzent der Welt und liefert den Hauptteil des in Europa benötigten Brennstoffs.

Das Gaskraftwerk Lubmin wird von der Concord Power GmbH, einer Beteiligung der Hamburger Saalfeld Holding GmbH geplant. Zu der Unternehmensgruppe des Hamburger Kaufmanns Michael Saalfeld gehöre unter anderem auch der führende deutsche Ökostrom-Anbieter Lichtblick. Genehmigungen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern für die Entwicklung des Standortes am Rande des ehemaligen DDR- Kernkraftwerks Lubmin lägen bereits vor. Das für den Kraftwerksbau vorgesehene Gelände am Standort des ehemaligen DDR-Kernkraftwerks sei bereits im Besitz der Saalfeld Holding. (APA/dpa)

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