Paradiesisch gesund

9. August 2006, 13:14
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Vitaminreich sind sie jetzt schon, die Paradeiser - Durch ein neues Verfahren sollen sie künftig noch gesünder werden

Potsdam - Eine neue Entdeckung könnte zur Züchtung gesünderer Tomaten führen. Forscher des deutschen Max-Planck-Instituts für molekulare Pflanzenphysiologie haben zusammen mit israelischen Wissenschaftern im Erbgut von Tomaten jene DNA-Abschnitte identifiziert, die für die Bildung gesundheitlich und geschmacklich wichtiger Inhaltsstoffe verantwortlich sind. Dazu hatten sie Wild- mit Kulturtomaten gekreuzt und die Inhaltsstoffe sowie das Erbgut der daraus entstandenen Hybriden untersucht.

Tomaten enthalten gesundheitsfördernde Stoffe wie etwa das Pigment Lycopen, das Herzerkrankungen vorbeugt, oder die Vitamine C und E. Als Folge der jahrhundertelangen Züchtung weisen heutige Kulturtomaten im Vergleich zu den Wildformen aber nur noch eine sehr geringe genetische Vielfalt auf.

Gesundheitsfördernde Stoffe

Die deutschen Forscher und ihre israelischen Kollegen von der Hebrew Universität in Jerusalem untersuchten nun solche Nachtschattengewächse, die aus einer Kreuzung zwischen Kultur- und Wildtomaten entstanden sind. Die Forscher entdeckten bei Nachkommen der Kreuzung mehr als 880 Veränderungen der Stoffzusammensetzung. Dazu zählten höhere Gehalte an essenziellen Aminosäuren und Vitaminen sowie eine veränderte Zusammensetzung verschiedener Zucker und organischer Säuren, was sich auf den Geschmack der Tomaten auswirkt.

Mit molekularbiologischen Methoden identifizierten die Wissenschafter jene Regionen im Tomatengenom, die für diese Veränderungen verantwortlich sind. Die Befunde könnten es künftig ermöglichen, gezielt gesundheitsfördernde Eigenschaften in Tomaten zu züchten. (APA/AP)

  • Die Kreuzung von Wild- und Kulturtomaten soll gesündere Paradeiser bringen.
    foto: der standard/corn heribert

    Die Kreuzung von Wild- und Kulturtomaten soll gesündere Paradeiser bringen.

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