ÖGB leitet formal Verkauf der Bawag ein

2. Mai 2006, 12:50
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Präsidium des Gewerkschaftsbunds hat das Investmenthaus Morgan Stanley dezidiert als Berater beauftragt - Noch kein Bilanz-Testat 2005

Wien - Das ÖGB-Präsidium hat am Donnerstag die Investmentbank Morgan Stanley mit der Käufersuche für die bisherige Gewerkschaftsbank Bawag beauftrat, teilte die Pressesprecherin des ÖGB, Annemarie Kramser, mit.

Weiters sei im Präsidium beschlossen worden, während des Verkaufprozesses keine Stellungnahme mehr zum Thema Bawag abzugeben.

Stillschweigen

Mit dem am Abend des 30. März gefällten Grundsatzbeschluss zum Verkauf der Bawag war unter der neuen ÖGB-Spitze der spektakuläre Startschuss zur Veräußerung der von Karibik- und Refco-Affäre gebeutelten Gewerkschaftsbank gegeben worden. Mit der offiziellen Beauftragung der renommierten internationalen US-Investmentbank Morgan Stanley wurde nun die Interessentensuche und -Auswahl auch offiziell eingeleitet. Ab diesem Zeitpunkt verpflichtet sich der Verkäufer nach außen zum Stillschweigen über den Stand von Verhandlungen.

Zweites Gutachten

Unterdessen gibt es noch immer keine fertige Bilanz und kein Testat für die Bawag P.S.K. für das Jahr 2005. Die Bank hat, um weiter offene Bewertungs- und Abschreibungsfragen zu klären, zum bisherigen Wirtschaftsprüfer einen zweiten Gutachter hinzugezogen. Die Bilanz 2005 ist die erste Bilanz nach der Voll-Fusion von Bawag und P.S.K. Neben dem bisherigen Prüfer KPMG geht wie berichtet nun Deloitte noch einmal über den Jahresabschluss. Dem Vernehmen nach soll von Experten auch strittigen Fragen früherer Bilanzierungen nachgegangen werden. (APA)

  • Mit einer fertigen Bilanz kann die Bawag noch nicht aufwarten - zum bisherigen Wirtschaftsprüfer wurde ein zweite Gutachter hinzugezogen.
    foto: derstandard.at

    Mit einer fertigen Bilanz kann die Bawag noch nicht aufwarten - zum bisherigen Wirtschaftsprüfer wurde ein zweite Gutachter hinzugezogen.

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