Gewinnrückgang bei Intel geringer als erwartet

31. Mai 2006, 09:31
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Massiven Rückgang, aber "in der Mitte der erwarteten Prognosen" - Rückläufige Nachfrage nach PC

Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat im ersten Quartal unter einer zurückgehenden Nachfrage nach PC gelitten und einen massiven Gewinnrückgang verbucht. Dennoch konnte das US-Unternehmen die Markterwartungen leicht übertreffen. Die Intel-Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kursanstieg von einem Prozent.

"Die Mitte getroffen"

"Das wichtigste in diesem Quartal ist, dass wir die Mitte unserer revidierten Umsatzprognose getroffen haben", sagte Finanzchef Andy Bryant am Mittwochabend. Zudem habe der Konzern seinen Marktanteil gemessen an Stückzahlen gehalten. Für das Gesamtjahr senkte Intel seine Umsatzprognose allerdings deutlich und rechnet nun mit einem Rückgang.

Nettogewinn gefallen

In den ersten drei Monaten fiel der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent auf 1,35 Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro) oder 23 Cent je Aktie, wie Intel nach US-Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten im Schnitt 22 Cent je Aktie erwartet. Der Umsatz ging zwar auf 8,94 Mrd. Dollar von 9,43 Mrd. Dollar zurück. Er lag aber damit über den Erwartungen von 8,87 Mrd. Dollar. Im Gesamtjahr rechnet Intel nun mit einem Umsatzrückgang von drei Prozent. Im Jänner hatte der Konzern noch ein Plus von sechs bis neun Prozent prognostiziert.

Allerdings blieb die Prognose für den Umsatz im zweiten Quartal unter der durchschnittlichen Analystenschätzung: Während Intel einen Rückgang auf 8,0 bis 8,6 Mrd. Dollar von zuvor 9,23 Mrd. Dollar erwartet, gehen Branchenexperten von 8,79 Mrd. Dollar Umsatz aus.

AMD rückt auf

Intel, dessen Prozessoren etwa 90 Prozent aller Personal-Computer (PC) weltweit steuern, hatte jüngst Marktanteile an seinen heimischen Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) verloren. Dabei konnte AMD von der Entwicklung stromsparender und leistungsfähigerer Prozessoren profitieren. Darauf reagierte Intel unter anderem mit Preissenkungen. Der Konzern senkte zudem im März seine Umsatzerwartung für das erste Quartal auf 8,7 bis 9,1 Mrd. Dollar von zuvor 9,1 bis 9,7 Mrd. Dollar.

Branchenexperten warnten nun auch vor allzu großem Optimismus, da Intel weitere Kunden an AMD verlieren könne. "Das erste Quartal war ein wenig besser als erwartet", sagte Analyst Eric Ross von ThinkEquity Partners. Die Prognose sei schlechter ausgefallen als er es kalkuliert habe. "Wir befinden uns in einem für Intel schwierigen Quartal."(APA/Reuters)

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