Utopie und Praxis: ARD-Doku über Kommunismus

4. Juli 2006, 21:38
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Ein System, das nicht fähig war, sich zu reformieren ...

Ideologie der Befreiung und Herrschaftssystem der Unterdrückung. Ein System, das nicht fähig war, sich zu reformieren, das an der menschlichen Natur scheiterte: Worte, die am Beginn der ab heute ausgestrahlten dreiteiligen ARD-Dokureihe "Der Kommunismus - Geschichte einer Illusion" stehen, bevor die Geschichtsanalyse mit Wladímir Iljítsch Uljánow, Kampfname Lenin, und der russischen Oktoberrevolution im Jahr 1917 beginnt.

"Sieg der Revolution"

Bevor am Ende des dritten Teils der letzte kommunistische Sowjetpräsident Michail Gorbatschow im Jahr 1991 zurücktreten wird, werden Versuche aus 70 Jahren, Realität an Utopie anzupassen, vorübergezogen sein. Die erste Folge "Sieg der Revolution" macht sich an eine Dekonstruktion der Legende und Vaterfigur Lenin, porträtiert ihn als skrupellosen, gewaltbereiten Machtpolitiker, der durchaus bereit war, gegen marxistische Ideologie zu verstoßen, wenn es den Zielen nutzte. Und der mit der Machtbündelung in der kommunistischen Parteiführung den Weg für Stalin ebnete.

Weg zur Weltrevolution

In Interviews kommentieren und analysieren Deutschlands Ex-Bundesminister Egon Bahr, Oxford-Historiker Timothy Garton Ash, Ex-KGB-Chef Wladimir Krjuschkow und viele weitere die Schachzüge Lenins, die Russland groß werden lassen und den Weg zur Weltrevolution ebnen sollten, vom Bürgerkrieg über Propaganda- und Bildungsbemühungen bis zur Unterstützung des Aufstands der deutschen Partei um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. (pum/DER STANDARD; Printausgabe, 20.4.2006)

"Der Kommunismus - Geschichte einer Illusion"

Donnerstags, 23.45 Uhr, ARD

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