Die Primel

16. Mai 2006, 13:32
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Die Schlüsselblume hilft bei Atemwegser­krankungen, wie Katarrhen der oberen Luftwege

Die Primel, auch Schlüsselblume oder Himmelschlüsselblume genannt, ist nun auf den Wiesen zu finden und blüht dort bis Mai. Auch auf heimischen Fensterbänken als Topfpflanze oder im Garten hat sie nun als Blickfänger Hochsaison. Die Blüten sind zwei bis drei Zentimeter breit, hellgelb und haben orange Flecken. Es gibt über 500 Primel-Arten, zu ihnen gehört auch die heimische Schlüsselblume. Gartenprimeln blühen von März bis August.

Ihr Name kommt aus dem Lateinischen "Primula", bedeutet "die Erste" und macht ihrem Ruf als Frühlingbote alle Ehre. So war die Primel schon für die Römer der Beginn des Frühlings.

Indikationen

Atemwegserkrankungen, davon wissenschaftlich belegt: Katarrhe der oberen Luftwege.

Inhaltsstoffe

Bei den Primelblüten: Flavonoide, Saponine und Carotinoide.

Bei den Primelwurzeln: Triterpensaponine: 3-10 %, Aglykon Protoprimulagenin A und andere. Phenolglykoside: Primverin und Primulaverin. Durch enzymatische Spaltung entsteht der charakteristische Geruch. Ätherisches Öl: Methylsalizylatderivate.

Verwendeter Pflanzenteil

Getrocknete Blüten mit Kelch (Flos Primulae cum calycibus) oder ohne Kelch (Flos Primulae sine calycibus). Wurzelstock mit Wurzeln (Primulae radix).

Therapeutisch relevante Wirkungen

Expektorierende Wirkung: Der Primelblütenextrakt zeigte in Tierversuchen bei hoher Dosierung eine signifikante Steigerung der Bronchialsekretion. In Kombination mit Enzianwurzel, Sauerampfer, Holunderblüte und Eisenkraut kann bei akuter, bakterieller Sinusitis die herkömmliche Therapie deutlich verbessert werden.

Auch die Wurzeln haben eine expektorierende Wirkung: Saponine steigern reflektorisch über den Nervus vagus die Bronchialsekretion. Antimykotische Wirkung: Primelsaponine führen zur Deformierung und Zerstörung der Hyphen einiger Pilze.

Unerwünschte Wirkungen

Vorsicht bei bekannter Primelallergie. Saponine wirken in höherer Konzentration schädigend auf Zellmembranen und daher lokal reizend und cytotoxisch.

Empfohlene Dosierung

Mittlere Tagesdosis Primelblüte: 2-4 g Droge, 2,5-7,5 g Tinktur. Berechnungsgrundlage: 3 g Droge.

Mittlere Tagesdosis Primelwurzel: 0,5-1,5 g Droge, 1,5-3 g Tinktur. Berechnungsgrundlage: 1 g Droge. (red)

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Phytokodex

von Univ.-Prof. Dr. Reinhard Länger, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka

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    foto: institut für pharmakognosie/universität wien

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