Städtebund und Microsoft forcieren E-Government - Grüne üben Kritik

1. Juni 2006, 13:57
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Projekt EGORA vorgestellt - Kooperation mit Österreichischem Städtebund

Am Mittwoch stellten Microsoft Österreich und der Städtebund die Initiative EGORA (E-Goverment-Rahmenarchitektur) vor. Ein "heißes Thema" wie Herbert Schweiger, Chef von Microsoft Österreich, vor Journalisten betonte. Mit EGORA sollen Städte, auf Basis von Microsoft .net-Technologie, Anwendungen leichter und schneller entwickeln können. Entsprechende Codebausteine werden dafür zur kostenfrei Verfügung gestellt.

Geringere Kosten

Zur Zeit beteiligen sich elf Städte an der Initiative, darunter St. Pölten und Innsbruck. Erich Pramböck, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes, erhofft sich durch die Kooperation mit Microsoft geringe Kosten und eine höhere Akzeptanz bei Mitarbeitern und Bürgern. Bis Jahresende will der Städtebund "50 bis 70 weitere Städte" für EGORA gewinnen.

Spitzenfeld

E-Government bietet die Möglichkeit, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen und zu modernisieren. So können beispielsweise Behördenwege via Internet erledigt werden, Behördeninformationen können über den Computer abgerufen werden. Österreich liege hier im europaweiten Vergleich auf Rang zwei, Erich Pramböck. Bei den heimischen Städten bestehe allerdings auf Grund von gleichen Basisanforderungen an E-Government-Anwendungen großer Bedarf an einer Lösung, die von allen Kommunen gleichermaßen eingesetzt werden könne, ohne dass umfassende Eigen- bzw. Auftragsentwicklungen erforderlich seien. Daher wurde seit Oktober 2005 in Kooperation mit Microsoft Österreich die EGORA-Architektur entwickelt.

Markus Breyer, Leiter des "Public Sector" von Microsoft Österreich erwartet sich durch die EGORA-Architektur Verwaltungseinsparungen von 30 bis 40 Prozent.

Kritik

Kritik an der Initiative übte Marie Ringler, Landtagsabgeordnete und Technologiesprecherin der Grünen Wien . Sie befürchtet, dass der Städtebund "Gemeinden dem Quasi-Monopolisten Microsoft ausliefert" und verweißt darauf, dass viele österreichische Gemeinden den Umstieg auf alternative Open Source-basierende Betriebssysteme andenken und planen.

In einer Stellungnahme gegenüber dem WebStandard wies Microsoft-Österreich Sprecher Thomas Lutz die Kritik zurück: der "Vorwurf der Parteilichkeit des Städtebunds entbehrt der sachlichen Grundlage" – zumal der Städtebund zum "Thema Open Source eigene Tagungen veranstaltet und eine Publikation dazu herausgegeben hat."

Ergänzend betonte Lutz, dass "es jedem Produzenten oder Proponenten anderer Systemplattformen freistehe, ähnliche Initiativen zu starten und die heimische E-Government Landschaft Österreichs damit auf ähnliche Weise zu bereichern." (red/APA)

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