"Internet aus der Steckdose": Linz AG zurückhaltend

23. Juni 2006, 18:00
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Warten auf gerichtliche Entscheidung

Die Linz AG verhält sich bei ihrem Powerline-Netz (PLC, Internet aus der Steckdose) bis auf weiteres zurückhaltend. Der Grund ist die unsichere Rechtslage was die dafür vorgeschriebenen technischen Normen betrifft. Immer wieder gibt es Klagen darüber, dass PLC Störungen im Funkverkehr verursache, was vom Unternehmen bestritten wird. Jetzt wartet es ab, bis eine gerichtliche Entscheidung vorliegt.

Störungen

Nach zahlreichen Messungen, Bescheiden und Einsprüchen wurde die Linz AG in einem Bescheid aufgefordert, alle Störungen bis Dezember 2005 zu beseitigen. Weil der Bescheid in seinen Vorschreibungen zu wenig konkret sei, habe man ihn beeinsprucht, berichtete Projektleiter Friedrich Eidenberger am Dienstag der APA. Die Entscheidung liege nun beim Verfassungsgerichtshof. Eidenberger geht davon aus, dass in einer Revision konkrete Werte vorgeschrieben werden. Und er hofft, dass dies rasch geschehe, "denn 'stirb langsam' ist auch ein Tod". Er verweist darauf, dass sich währenddessen Anbieter anderer Technologien immer größere Marktanteile sicherten.

Diskussion seit Jahren

Mit PLC setzt die Linz AG eine Technologie für den Internetzugang ein, welche die ungeschirmten Stromleitungen und den Funkbereich der Kurzwelle nutzt. Seit Jahren gibt es nun Diskussionen um die durch dieses System verursachten Störungen im Kurzwellenfunkbereich. Der Funkverkehr der Blaulichtorganisationen werde – wie Tests bewiesen hätten – nicht gestört, versichert die Linz AG. Wo man wisse, dass es Kurzwellenfunk-Amateure gebe, werde versucht, Störungen zu vermeiden. Dazu würden die entsprechenden Frequenzbänder "genotcht", das heißt sie werden für die Internet-Übertragung ausgespart.

Drei Millionen Euro investiert

Die Linz AG hat nach einem Pilotversuch im Jahr 2003 den kommerziellen Betrieb im Jahr 2004 aufgenommen und bisher rund drei Mio. Euro investiert, erklärte Eidenberger Es gebe 5.200 zufriedene Kunden. Der Vorteil der Technologie sei, dass keine zusätzliche Infrastruktur im Haus notwendig sei, wenn die bestehenden Stromkabel genützt werden können. So lange man nicht wisse, was letztlich herauskomme, werde nicht weiter investiert. Zusätzliche Kunden würden vorerst nur dort angeschlossen, wo bereits ausgebaut worden sei.(APA)

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