Hunde an die Leine, Polizei kommt

12. Juni 2006, 16:39
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Alljährliche Aktion der Wiener Polizei zur Überprüfung, ob Hundebesitzer ihre Tiere angeleint und mit Beißkorb spazieren führen ist gestartet

Wien - "Scheiße in der Gehsteigmitte hemmt des Bürgers freie Schritte," ein wahres Wort, gefunden in Christine Nöstlingers Jugendbuch "Stundenplan", passt zur noch immer andauernden Hundekotproblematik.

Bis 30. April kann man die "Hundstrümmerl"-Petition noch unterschreiben, die Petra Jens und andere Eltern ins Leben gerufen haben. Fast 130.000 Unterschriften wurden gesammelt, sei es im Internet oder in Geschäften und Arztpraxen, um Hundebesitzer dazu zu bewegen, den Kot ihrer Hunde von Gehsteigen und Wiesen zu entfernen. Eine mehrjährige Aufklärungskampagne haben die Petitionisten im Rathaus schon erwirkt. Gestartet wird, sobald eine PR-Agentur den Auftrag bekommt - der Job ist öffentlich ausgeschrieben.

"Eine Minderheit terrorisiert hier eine Mehrheit," sagt Karl Homole (VP), Bezirksvorsteher des 18. Bezirks zu diesem Thema, anlässlich der jährlichen Polizei-Kontrollen, bei denen geschaut wird, ob die Hunde an der Leine und mit Beißkorb geführt werden. Zwei Wochen lang werden die Überprüfungen verschärft in Parks und an öffentlichen Plätzen gemacht. Der Auftakt war am Dienstag im Währinger Türkenschanzpark mit Umweltstadträtin Ulli Sima (SP). Der Leiter der Sicherheits- und Verkehrspolizeilichen Abteilung, Peter Goldgruber, hat auch prompt eine Dame erwischt. Sie hatte zwar eine Leine mit, fand es aber unnötig ihren kleinen Hund anzuleinen. "Die meisten sind einsichtig und werden nur ermahnt," sagt Goldgruber. Uneinsichtigen blüht eine Strafe ab 21 Euro, die auf 14.000 Euro steigen kann. "Geht's lieber Räuber fangen," bekommen die Polizisten zu hören, sagt Goldgruber. "Trümmerln" kostet sieben Euro aufwärts.

Hundeführerschein

Was den Hundebesitzern vielleicht helfen kann ist der Hundeführerschein, den sie auf freiwilliger Basis machen können. Dabei soll herausgefunden werden, "wie alltagstauglich der Hund für die Großstadt ist" sagt Karl Wögerer aus dem Büro Sima. Wenn der Hund also beispielsweise nicht gern in einem vollen Bus fährt, sollte der Besitzer Rücksicht darauf nehmen und auf einer weniger besetzten Bus warten. Oder etwa bevor er auf einem viel frequentierten Platz spaziert, lernen, wie er seinem Hund einen Beißkorb anlegt.

Mehrere Hundert haben sich für die Prüfung angemeldet, die in Hundevereinen abgelegt werden kann. (Marijana Miljkovic, DER STANDARD-Printausgabe, 19.04.2006)

Bis Ende April läuft noch die "Hundstrümmerl-Petition"
  • Hund unter Beobachtung - und das Tier macht sich gar nichts draus: Die Polizei startet wieder eine Schwerpunktaktion gegen Leinen- und Beißkorbverweigerer und die vielen häßlichen Trümmerl.
    foto: newald

    Hund unter Beobachtung - und das Tier macht sich gar nichts draus: Die Polizei startet wieder eine Schwerpunktaktion gegen Leinen- und Beißkorbverweigerer und die vielen häßlichen Trümmerl.

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