Hilfe für Angehörige von psychisch Erkrankten

29. Jänner 2007, 13:57
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Fünf Jahre Hilfe für Angehörige von psychisch Erkrankten im Burgenland - Beratungsstelle bietet kostenlose Beratung

Eisenstadt - Angehörige von psychisch erkrankten Menschen sind oft großen Belastungen ausgesetzt und fühlen sich dabei nicht selten im Stich gelassen. Seit fünf Jahren kümmert sich um sie auch im Burgenland der gemeinnützige Verein HPE (Hilfe für Angehörige und Freunde psychisch Erkrankter). Sie werden unterstützt, angeboten wird auch eine Beratung, die man weiter ausbauen will, hieß es bei einer Pressekonferenz aus Anlass des Gründungsjubiläums heute, Dienstag, in Eisenstadt.

Hilfe seit fünf Jahren

Gegründet wurde HPE Burgenland 2001 von Angehörigen, die die Erkrankung ihrer Familienmitglieder zusammengeführt hat, schilderte Vereinsobfrau Hermine Leiner. Die seelischen und finanziellen Belastungen, die der Einzelne erfährt, seien groß. Deshalb habe man sich zum Ziel gesetzt, eine Beratungsstelle ins Leben zu rufen, um Angehörigen unmittelbar Hilfe leisten zu können.

Service für Betroffene

Die Zahl der Mitglieder habe sich seit den Anfängen vervierfacht und liege nun im Burgenland bei rund 70, Österreich weit bei über 2.000. Seit März gibt es auch eine Anlaufstelle im HPE-Büro in Neusiedl am See. Der Verein organisiert Schulungen, Vorträge und Workshops für Betroffene und bietet Selbsthilfegruppen an.

Ausbaupläne

Hilfe will man künftig auch in Eisenstadt und in Oberwart anbieten: "Die Beratung ist kostenlos. Sie kann auch anonym erfolgen", so die Juristin Angelina Klug, die auch als Lebens- und Sozialberaterin tätig ist. Für Betroffene sei oft soziale Absonderung ein großes Problem: "Wer sich entschließt, eine Beratungsstelle aufzusuchen oder anzurufen, macht schon den ersten Schritt aus einer Isolation."

Sehr oft gehe es Menschen darum, sich auszureden, schilderte Klug: "Manche gehen so auf in der Betreuung ihrer Angehörigen, dass sie sich selbst vergessen." Sein fünfjähriges Bestehen begeht HPE Burgenland am Freitag, 21. April, mit einem Fest im Haus St. Stephan in Oberpullendorf.

Psychische Erkrankungen im Steigen

Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) würden signalisieren, "dass psychische Erkrankungen künftig eine sehr dominante Rolle spielen werden", so Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ). Man gehe davon aus, dass in etwa zehn bis 15 Jahren Psychische Erkrankungen die Krebserkrankungen bei den Fallzahlen überholen werden.

Im Burgenland könne die ambulante psychiatrische Versorgung mittlerweile flächendeckend angeboten werden. Selbsthilfeeinrichtungen seien eine wichtige Ergänzung der Behandlungskette, so Rezar. Im stationären Bereich gebe es Pläne, bis 2008 eine Vollabteilung für Psychiatrie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt einzurichten. Noch heuer könne ein Start mit 16 Betten erfolgen. Eine stationäre Einheit sei für die Zukunft auch in Oberwart geplant. (APA)

Kontakt

Verein HPE Burgenland,
Büro 7100 Neusiedl,
Seestr. 3
Tel. 02167/8203;

Kostenlose Beratung für Angehörige und Freunde psychisch Erkrankter in Oberwart nach telefonischer Voranmeldung unter: 0664/403 20 76

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    Angehörige von psychisch Kranken benötigen oft professionelle Beratung

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