Polytec-Listing soll "Eis brechen"

1. Juni 2006, 17:39
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Oberösterreichischer Autozulieferer ab Ende April im Wiener Fließhandel -Börse hofft auf "IPO-Reigen"

Wien - Der oberösterreichische Automobilzulieferer Polytec holt sich noch im April bis zu 116 Mio. Euro von der Wiener Börse. Bei dem ersten Börsengang in Wien des heurigen Jahres gibt der Schweizer Finanzinvestor Capvis seinen seit dem Jahr 2000 gehaltenen Zweidrittelanteil an dem Unternehmen ab, zusätzlich findet eine Kapitalerhöhung statt. In Summe werden über 11,6 Mio. Aktien (8,6 Mio. alte Aktien von Capvis und bis zu drei Mio. junge Aktien) angeboten, die zwischen 6,75 und 8,75 Euro kosten werden. Zusätzlich steht eine Mehrzuteilungsoption aus dem Capvis-Bestand von 1,7 Mio. Aktien zur Verfügung.

Mit dem Erlös sollen weitere Expansionsschritte finanziert werden, erklärte Friedrich Huemer, der das Unternehmen vor 20 Jahren gegründet hat und leitet. Für Automobilzulieferer gebe es ein großes Potenzial, diese Chancen wolle man nutzen, um die Position am Markt auszubauen und weiter zu festigen, erläuterte Huemer seine Ziele. Wachsen soll Polytec vor allem durch Zukäufe, die schwerpunktmäßig im osteuropäischen und eventuell auch im chinesischen Markt stattfinden würden, hieß es.

Börsenvorstand Michael Buhl sieht im Polytec-Börsengang (IPO) einen "Eisbrecher" für weitere Neuzugänge und hofft auf einen "IPO-Reigen", denn 170 heimische Unternehmen hätten das Potenzial für einen Börsengang.

Die Angebotsfrist läuft bis 26. April, ab 28. April soll der Handel im Segment Prime Market an der Wiener Börse starten. Die künftig erwirtschafteten Gewinne will Polytec zu vier Fünftel reinvestieren und zu 20 Prozent als Dividende an seine Aktionäre ausschütten. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.4.2006)

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