Uni-Symposium erstmals öffentlich - neue Ausstellung in Hartheim
Linz - Das Hermann-Langbein-Symposium am Campus der Linzer Johannes-Kepler-Universität, das sich alljährlich den Gräueln des Nationalsozialismus widmet, öffnet sich heuer erstmals unter dem Thema "Ideologie und Wirklichkeit des Nationalsozialismus" einem breiteren Publikum.
Bislang wandte sich das Symposium - Veranstalter sind neben der Linzer Uni das Pädagogische Institut des Bundes in Wien und das Mauthausen-Komitee Österreich - ausschließlich an Geschichtslehrer, Universitätsangehörige und Studierende. Unter dem neuen Organisationsteam rund um den Linzer Uni-Professor Michael John wagt man jetzt vom 24. bis 28. April 2006 den Schritt weg vom "Elfenbeinturm" und hin zu mehr Volksbildung.
Gelingen soll dies neben zahlreichen Vorträgen unter anderem der Universitätsprofessoren Rudolf Kropf, Anton Pelinka und Horst Seidler vor allem durch Berichte von fünf Zeitzeugen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht heuer vor allem auch die Jugend. Erstmals wird das Symposium gefilmt, Ergebnisse werden dann als Lern-DVD Schulen zur Verfügung gestellt.
Das wohl dunkelste Kapitel heimischer Geschichte ist auch Gegenstand der Ausstellung "Ausgelöscht. Opfer der NS-Euthanasie aus Tirol, Vorarlberg und Südtirol" im Lern-und Gedenkort Schloss Hartheim bei Linz. Rund 30.000 Menschen, eingestuft als "lebensunwertes Leben", wurden dort vom NS-Regime zwischen 1940 und 1944 ermordet.
Die Ausstellung (21. April bis 18. Juni 2006) ist das Ergebnisse eines Geschichtsprojektes Innsbrucker Studenten. Vermittelt wird das Thema NS-Euthanasie anhand von sechs Lebensgeschichten Betroffener und ihrer Angehörigen. (mro/DER STANDARD, Printausgabe, 18.4.2006)