Der Donaukanal hat wieder Saison

9. Mai 2006, 16:03
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Lange Zeit stadtplanerisches Stiefkind, wird der Donaukanal mit Attraktionen nun förmlich überschwemmt

Wien - Nach dem G'riss um die schönste Kanal-Strandbar im letzten Sommer gehen zwei der drei Sandstrände aus dem Vorjahr in die nächste Saison: Am 25. April eröffnet mit der "Adria Wien" ein wassernaher Ableger von Gerold Eckers mediterraner "Expedit-Bar", auf der gegenüberliegenden Kanalseite. Unterhalb der Urania, lädt ab 28. April die "Strandbar Herrmann" wieder zum Kurzurlaub im Liegestuhl. Nur die ÖVP wird heuer nicht mehr mit einem eigenen Sommerstrand vertreten sein. Ein Stück weiter flussaufwärts begeht die Mutter aller Donaukanal-Bars, die Summer Stage, die offizielle Eröffnung am 9. Mai mit einem Konzert.

Gläserner Steg für den Katamaran

Ab Juni gibt es auch eine Anlegestelle für den Twin-City-Liner: Der zwischen Wien und Bratislava pendelnde Schnellkatamaran bekommt ab 2007 einen gläsernen Landungssteg zwischen Schweden- und Marienbrücke.

Ebenfalls im Juni soll ein Badeschiff mit dem Titel "Riviera" seinen Betrieb aufnehmen. Das 30-Meter-Schwimmbecken zwischen Schweden- und Aspernbrücke will die Idee der Strombäder der Jahrhundertwende wieder aufleben lassen.

Neues Flex-Café

Das Szenelokal Flex startet Mitte Juli die Bauarbeiten für das gläserne Pavillon, in dem ab November das erweiterte Café einziehen soll.

In Detailplanung befindet sich ein von Architekt Boris Podrecca entworfenes Wellnessschiff, das auf Höhe des Ringturms mit Saunen, Fitnessbereich und Dampfbädern verwöhnen soll - allerdings erst nach Fertigstellung der U2-Verlängerung im Jahr 2008. Dann könnte auch ein schwimmendes Hotel der Luxusklasse mit Barbetrieb Anker werfen. Gegenüber wartet das denkmalgeschützte Schützenhaus von Jugendstil-Architekt Otto Wagner auf seine Revitalisierung: Ab 2009 soll daraus ein Altwiener Kaffeehaus mit Rösterei entstehen. Flussabwärts weicht das im Abriss begriffene "Bundesländerhaus" bis 2009 einem von Star-Architekt Jean Nouvel geplanten 75-Meter-Hotel.

Kulturschiff

Andere Projekte sind noch Zukunftsmusik: Ein Kulturschiff mit Hauptanlegestelle am Herrmannpark soll mit Veranstaltungen an Bord den Kulturaustausch fördern. Finanzierung und Zeitpunkt der Realisierung sind offen. Schon greifbarer ist das 50 Millionen Euro teure "Trialto"-Projekt, für das derzeit an einer Finanzierungsstudie gearbeitet wird. Ein Brückengeflecht mit Shopping und Gastronomie könnte ab 2009 den ersten mit dem zweiten Bezirk verbinden. Im einem eher utopischen Stadium befindet sich das Projekt "Hole-in-One": Auf einer zweigeschoßigen Brücke soll ein Golfplatz das Wasser überbrücken. (kri, DER STANDARD Printausgabe, 15./16./17.04.2006)

  • "Trialto" - ein ambitioniertes Brückengeflecht am Donaukanal
    grafik: isochrome.com

    "Trialto" - ein ambitioniertes Brückengeflecht am Donaukanal

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