Spritpreise auf dem Weg zu neuen Höchstständen

8. Mai 2006, 12:12
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Autofahrer müssen sich auf noch höhere Preise einstellen. Die Nordseesorte Brent kostet erstmals mehr als 70 Dollar je Fass

Wien - Autofahren wird immer mehr zum Luxus. Nach zwei Teuerungswellen seit Anfang April droht knapp nach Ostern ein weiterer Preisanstieg an den Zapfsäulen. Mit ein Grund sind die steigenden Rohölnotierungen, die in der Folge auch die Preise daraus gewonnener Produkte wie Benzin und Diesel in die Höhe treiben, wie es in den Zentralen der Mineralölkonzerne heißt.

Der Preis der in Europa maßgeblichen Nordseesorte Brent hat Donnerstagabend erstmals die 70 Dollar Marke geknackt. Mit 70,57 Dollar (58,35 Euro) je Fass (159 Liter) erreichte der Preis der in Europa marktführenden Sorte zum Handelsschluss ein Allzeithoch. Das waren 1,13 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Mittwoch.

WTI auf Rekordhoch

Auch der Preis für die US-Sorte WTI schnellte in die Höhe und erreichte mit 71,00 Dollar je Barrel einen neuen Rekordstand. Der Anstieg zum Vortag betrug 2,38 Dollar.

Den bisherigen Höchststand hatte die Sorte WTI im August 2005 mit 70,85 Dollar je Fass erreicht, als der Wirbelsturm "Katrina" Ölförderanlagen im Golf von Mexiko niederwalzte. Am Freitag blieben die wichtigsten Rohstoffbörsen geschlossen.

Druck durch Iran-Krise und rückläufige Lagerbestände

Hauptgrund für den Höhenflug der Rohölpreise ist die Zuspitzung im Streit um das Atomprogramm des Iran. Ein für möglich gehaltener militärischer Schlag der USA gegen das fünftgrößte Ölförderland der Welt könnte die Märkte weiter destabilisieren, sagten Händler auf STANDARD-Anfrage. Rückläufige Lagerbestände in den USA erzeugten zusätzlich Druck auf den Ölpreis.

Die Autofahrerklubs ARBÖ und ÖAMTC raten einmal mehr, Tankstopps verstärkt bei Diskontern zu machen. Generell sei es günstiger, im Großraum Wien zu tanken. Hier ließen sich im Vergleich zu den teureren Autobahntankstellen bis zu 15 Cent je Liter sparen. Bei einer Tankladung macht die Ersparnis rund 7,5 Euro aus. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15./16./17.4.2006)

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