Tirol lenkt erneut gegen Lkw-Verkehr

1. Juni 2006, 19:16
posten

Transitforum fürchtet weitere Verlagerung von der Schiene auf die Straße - Eisenbahn über den Brenner mit Leerkapazitäten

Innsbruck - Rahmenbedingungen für die Verlagerung von der Straße auf die Schiene hat das Transitforum Austria-Tirol am Freitag erneut eingefordert. Sonst komme es in Zukunft weiterhin zur Verlagerung von der Schiene auf die Straße, hieß es.

"Je länger man nämlich der Bevölkerung den Brennerbasis-Tunnel als "Transitlösungsprojekt" vorgaukelt, desto länger werden echte Lösungsinstrumente hintangehalten", erklärte Transitforum-Chef Fritz Gurgiser. "Wir verlangen, dass die Diskussion darüber geführt wird, warum seit 20 Jahren keine einzige Lkw-Ladung von der Straße auf die Schiene, sondern umgekehrt von der Schiene auf die Straße verlagert wird", sagte er. Die Eisenbahn über den Brenner habe "noch nie so viele Leerkapazitäten aufgewiesen wie heute".

Wegekostenrichtlinie

So habe seit 2003, dem letzten Jahr der mengenmäßigen Begrenzung von Transit-Lkw, der Straßenanteil der transportierten Tonnen von 70,77 Prozent auf 76,74 Prozent im vergangenen Jahr zugenommen. Der Anteil der mit der Bahn transportierten Tonnen sei hingegen von 29,22 Prozent (2003) auf 23,26 Prozent gesunken. Während 2003 noch 37,3 Millionen Tonnen transportiert worden seien, seien es im Vorjahr bereits 41,7 Millionen Tonnen gewesen.

Daher müsse dringend eine Wegekostenrichtlinie mit internen und externen Kosten sowie sektorale Fahrverbote eingeführt werden, forderte Gurgiser. Denn ohne tatsächliche Begrenzung des Lkw-Transitverkehrs auf der Straße seien weder das Vertragsziel des Beitrittvertrages - eine 60-prozentige Reduktion der NOx-Emission der Transit-Lkw - noch die Lärm-, Schadstoff und Wirtschaftsprobleme in den Griff zu bekommen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.