Nokia schnüffelte in Mitarbeiter-Mails

1. Juni 2006, 16:50
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Handy-Konzern befürchtete Weitergabe von Betriebsgeheimnissen - Vorwurf bereits verjährt

Helsinki - Der finnische Handy- und Telekom-Konzern Nokia soll in den Jahren 2000 und 2001 illegal den Inhalt privater E-Mails von Mitarbeitern überprüft haben. Das berichtete die Helsinkier Tageszeitung "Helsingin Sanomat" am Karfreitag. Der Vorwurf ist zwar nach finnischem Recht bereits verjährt, dennoch kritisierte Staatsanwalt Jukka Haavisto das Vorgehen des Unternehmens scharf.

Laut einem bereits vor fünf Jahren verfassten Untersuchungsprotokoll zweier Polizeibeamter nahm die Sicherheitsabteilung des Konzerns systematisch Einsicht in 1.600 Mails mit größeren Datenmengen, die neben Informationen über Absender und Empfänger unter anderem Privatfotos von Mitarbeitern enthielten. Erste Zielgruppe seien solche Mitarbeiter gewesen, die vor einem Arbeitsplatzwechsel standen, heißt es in dem Bericht. Nokia befürchtete demnach die Weitergabe von Unternehmensgeheimnissen an Wettbewerber.

Der Konzern dementierte gegenüber "Helsingin Sanomat", systematisch einzelne Mitarbeiter überprüft zu haben. Es seien lediglich auf Grund von Mengenanalysen Stichproben durchgeführt worden, hieß es. (APA)

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