Gesundes Fahrradfahren

Redaktion, 2. Mai 2007, 15:58
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    foto: rabensteiner

Über die gesund­heit­lichen Aspekte des Rad­fahrens spricht die Sport­medi­zinerin Dagmar Rabensteiner im der­Standard.at-Interview

derStandard.at: Wie fährt man als Freizeitsportler richtig Rad, was kann man dabei falsch machen?

Rabensteiner: Der größte Fehler wird häufig beim Mountainbiken gemacht. Manche steigen mit dem Rad nach Monaten ohne Sport im Winter ins Gelände ein. Von Null auf Hundert zu starten ist im Hobbysportbereich, der wenig auf Trainingssteuerung achtet, der häufigste Fehler. Man schafft sich keine stabile Basisleistungsfähigkeit, sondern versucht gleich wie die Profis zu fahren. Beim Mountainbiken hat man es durch die Steigungen mit sehr hohen Belastungen zu tun. Man kommt dann müde und fertig heim, die restliche Woche gehört dann dem Beruf und der Erholung, und am nächsten Wochenende überfordert man sich wieder.

derStandard.at: Und wie macht man es richtig?

Rabensteiner: Langsam anfangen, vorsichtig den Umfang und dann erst die Intensität steigern ist richtig. Zuerst sollte man mit der ruhigen Radtour in der Ebene anfangen, dafür aber häufiger Radfahren, nicht nur am Wochenende. Drei Trainingseinheiten pro Woche haben einen optimalen Effekt auf die Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit. Wenn unter der Woche die Zeit knapp ist, kann man mit einer Laufeinheit oder auch mit Nordic Walking kombinieren. Man profitiert auch von den unterschiedlichen Ausdauerformen für die jeweils andere. Wenn man dann an ein regelmäßiges Ausdauertraining gewöhnt ist und sich eine bestimmte Leistungsfähigkeit aufgebaut hat, kann man anfangen, Kraftausdauerentwicklung im hügeligen Gelände zu forcieren.

derStandard.at: Was kann Radfahren im Vergleich zu anderen Sportarten – was ist der Vorteil?

Rabensteiner: Der Vorteil vom Radfahren im Vergleich zu Fußball und Tennis und dergleichen ist, dass es durch kontinuierlich rhythmische Belastung zu den Ausdauersportarten gehört, die im Sinne von Herzkreislaufeffekten und Verbesserung von Risikofaktoren einen günstigen Effekt auf die Gesundheit haben. Radfahren hat als Ausdauersportart einen hervorragenden gesundheitlichen Effekt. Alle mit unserem Wohlstand assoziierten Erkrankungen wie bauchbetontes Übergewicht, Hypertonie oder die Cholesterinwerte, werden durch Ausdauersportarten günstig beeinflusst, aber nicht durch populäre Stop-and-Go – Spielsportarten, wie Fußball oder Tennis. Vergleicht man das Radfahren mit anderen Ausdauersportarten wie zum Beispiel Laufen, dann ist Radfahren eine so genannte Low-Impact Sportart, die sehr gelenkschonend und ideal für die Fettstoffwechselökonomisierung ist. Wenn man eine schlechte Leistungsfähigkeit hat, oder lange Zeit keinen Sport gemacht hat, ist Radfahren ideal zum Beginnen.

derStandard.at: Welche Muskelgruppen werden beim Radfahren besonders trainiert?

Rabensteiner: In der Ebene oder am Ergometer ist es hauptsächlich die Beinmuskulatur. Beim Radfahren werden nicht sehr viele Muskelgruppen eingesetzt. Das bedeutet, dass man für den Ausdauertrainingseffekt auch etwas länger braucht. In dieser Hinsicht ist das Radfahren ein bisschen benachteiligt.

derStandard.at: Was passiert beim Radfahren im Körper?

Rabensteiner: Der Muskel braucht für seine Arbeit Treibstoff, sonst kann er nicht arbeiten. Die Energie für die Muskelarbeit kommt entweder aus den freien Fettsäuren oder aus dem Kohlenhydratstoffwechsel. Wenn die Intensität niedrig gehalten wird, dann kann der Muskel seine Energieversorgung aus den freien Fettsäuren holen. Wenn die Belastung zunehmend intensiver wird, dann wird rasch verwertbare Glukose verstoffwechselt. Man muss beim Training schauen, dass man zumindest am Beginn auf eher niedrigen Intensitäten unterwegs ist und daher die freien Fettsäuren als Treibstoff herangezogen werden. Das gelingt beim Sportanfänger am Rad sehr gut, am Rad im Gelände schon weniger.

derStandard.at: Das Radfahren ist ja auch eine Familiensportart. Was sollte man denn als Familie beachten, wenn man mit kleineren Kindern unterwegs ist?

Rabensteiner: Bei Familienradtouren muss man sich zwangsläufig immer am Schwächsten orientieren. Grundsätzlich ist es ganz schwer, dass man vom Trainingseffekt allen Familienmitgliedern gerecht wird. Der Vater ist dann vermutlich unterschwellig unterwegs und muss das eben unter der Woche ausgleichen. Nicht unterschätzen darf man solche Familienausflüge zur Motivation für die Bewegung in der freien Natur. Den Kindern beizubringen wie spaßig und wichtig Bewegung ist, ist Pflichtprogramm für die Eltern.

So ein unterschwelliger Radausflug am Wochenende hat natürlich sehr wohl einen Effekt auf den Kalorienverbrauch. Daher: umso mehr Bewegung im Alltag, wie Treppensteigen oder Gehen, desto besser - auch wenn nicht unbedingt alles immer einen Trainingseffekt hat.

Zur Person

Dr. med. univ. Dagmar Rabensteiner ist Fachärztin für Innere Medizin und Sportärztin in Wien und Marathonläuferin

Das Interview führte Marietta Türk

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11 Postings
trainedbrain
00
11.4.2008, 19:01
Links auf der Donauinsel

Vorab: Ich möchte einen neuen thread anfangen, weiß aber nicht, wie das geht. Ich habe mir dahr ein Thema ausgesucht, das meinem am nähesten kommt.
Jetzt aber raus aus der Stadt!
Ich bin langjähriger, halbwegs regelmäßiger Donauinsel-Radler.
Lernen doch die Landkinder, dass Fußgänger auf nicht begehsteigten Wegen links gehen sollen, da sie so die entgegenkommenden Fahrzeuge besser sehen und schneller darauf reagieren können.
Die Stadtkinder, zwischen all den Gehsteigen, Zebrastreifen und Geh-manderl/Steh-manderl Ampeln habern das offensichtlich wieder vergessen.
Wie sonst ist es zu erklären, dass auf der Donauinsel, in dieser ach so friedlichen Symbiose von Spaziergängern, stockbewehrten Nordicwalkern, Skatern und Radlern aller Konditionsstufen, diese alte, wie sinnvolle Regel nicht gilt?
99% aller Spaziergänger sei´s nun mit und ohne Kind und Hund, sowie 100% der Nordicwalker nutzen die rechte Seite der Donauinselwege.
Als Radler nähert man sich diesen munteren Grüppchen also stets von hinten; lautlos, wie es nun mal Radler-Sitte ist. Klingeln wird bestenfalls mit verdutzten Blicken nach hinten, zeitweise auch mit archaischen Drohgebärden quittiert. Meist lässt sich noch ein "Geh zuwe, hearst!", gerichtet an den eigenen Nachwuchs oder Pitbull, ausnehmen. Dann hat man schon wieder das nächste Grüppchen von Rücken vor sich.
Ich bin wohl kaum allein in dieser Situation und vielleicht finde ich hier ein paar Leute, die ich zu einer Diskussion anregen kann.

grgr grn
00
Oder die Funktionen werden getrennt, wie im Central Park in New York.

Da sind dann auf den Hauptwegen eigene Spuren mit Bodenmarkierungs-Pfeilen für Bewegungsrichtung und Sperrlinien zwischen Radfahrern und Läufern vorgeschrieben.

grgr grn
00
Wer's eilig hat, kann sich ja als Motorradfahrer verkleiden und sein Glück auf dem Pannenstreifen der Donauuferautobahn versuchen

Ansonsten gilt: Je mehr Fußgänger unterwegs sind, umso langsamer und vorsichtiger müssen ALLE Radfahrer durch den Freizeitpark gleiten, wenn sie im Spiel bleiben wollen. Die Fußgänger haben alle Rechte auf ihrer Seite: Ausnahme vom Vertrauensgrundsatz bei kleinen Kindern, vorbeifahren an größeren Menschenansammlungen und Prozessionen, Widmung als Erholungsgebiet, das den Durchzugsverkehr ausschließt...
Im Ernst: Die Radfahrer können auf einen einzigen Weg am Hubertusdamm zusammengedrängt werden oder temporär von der Nutzung ausgeschlossen werden, wenn kein friedliches, aggressionsfreies miteinander praktiziert wird.

mai
00
15.4.2006, 14:17
aber wie

schauts in der stadt aus, möchte gar nicht wissen, was die schwermetalle, der feinstaub und die toxischen gase in den jahren so anrichten =(

Georg Scholz
00
24.4.2006, 15:55

Die Frage ist, was wiegt mehr: Die sportliche Betätigung und damit verbundene Stärkung des Immunsystems, oder die Belastung durch den Feinstaub.

presonic
00
stärkung des immunsystems? durch sport?

also ich weiß nicht.
naja, wenigstens macht radlfahren spaß. freu mich schon wieder, wenns wärmer wird. kein lästiges stinkendes u-bahn-gefahre, sondern viel sonne.

klein adlerauge
 
00
18.4.2008, 19:41
stärkung des immunsystems? durch sport?

natürlich
zumindest solange man richtig angezogen ist, windchill heißt das problem.
sport erbessert herz kreislauf und den stoffwechsel was auch verbesserte abwehrkräfte bedeutet.
mfg

presonic
10
19.4.2008, 20:16

ah.... ich seh schon. die definition von "sport" muss neu gefasst werden.
ein bisschen radfahren und flottes gehen etc. würd ich jetzt nicht als sport bezeichnen. ich bezeichne sport sowieso nur als etwas, wo ich mich überwinden müsste dazu.
insofern sind auch volleyballspielen und schwimmen für mich nur "bewegung".
und sport ist für mich mord. ;-))

Erwin Brandstetter
03
15.4.2006, 14:28

Den Dreck hast du sowieso, auch wenn du im Auto sitzt.
Nur, wenn du im Auto sitzt, bist du zugleich auch die Quelle für den Dreck.

klein adlerauge
 
00
18.4.2008, 19:39

allerdings hast beim autofahren ein drittel des sauerstoffumsatzes wie beim (zügigen) radfahren oder laufen. nicht das ich das autogefahre für gut hielte.
mfg

niTor
00
15.4.2006, 12:52
der unterschwellige ausflug hat noch einen weiteren vorteil

nämlich, dass die grundausdauer verbessert wird. mir wurde bei einer sportuntersuchung gesagt, dass ich die grundausdauer verbessern soll. damit die die leistung im niedrigne pulsbereich gemeint - desto besser die grundausdauer umso länger kann ich im niedrigen puls bereich leistungen erbringen und bei optimaler grundausdauer kann man sogar einen marathon laufen ohne "blau" zu werden.
also geht raus mit euren familien, denn alleine ist man eh nie langsam unterwegs.

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