Gott will diesmal keiner Partei im Wahlkampf helfen

1. Juni 2006, 15:15
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Schlagersänger Karel Gott besuchte im Februar Premier Paroubek - Umfrage: ODS hat neun Prozent Vorsprung vor CSSD

Prag - Der populäre tschechische Schlagersänger Karel Gott (66) wird sich diesmal im bevorstehenden Wahlkampf in seiner Heimat für keine politische Partei engagieren. "Ich schließe das aus. Ich habe nichts gegen irgend jemanden, werde aber an keinen Wahlkampf-Veranstaltungen jeglicher Partei teilnehmen", erklärte der Sänger gegenüber der tschechischen Tageszeitung "Mlada fronta Dnes".

Spekulationen, wonach er auf Wahlkampf-Konzerten der regierenden Sozialdemokraten (CSSD) auftreten könnte, tauchen regelmäßig vor den Wahlen in Tschechien auf. Diesmal trug zur Gerüchteküche auch ein Treffen von Karel Gott mit Regierungschef Jiri Paroubek in dessen Prager Premiers-Residenz bei. Dieses hatte im Februar stattgefunden, ist aber erst jetzt ans Licht gekommen.

"Kein einziges Anzeichen"

"Nein, kein einziges Anzeichen", reagierte Karel Gott auf die Frage, ob er nach dem Gespräch nicht das Gefühl gehabt habe, dass Paroubek ihn für den Wahlkampf ausnützen möchte. Es sei nicht darüber gesprochen worden. Er halte Paroubek ansonsten für einen "guten Premier". "Ich denke, ja", antwortete der Sänger auf eine entsprechende Frage.

Früher hatte sich Karel Gott allerdings doch direkt in den Wahlkampf eingeschaltet. Vor der Parlamentswahl 1998 hatte er auf einer Veranstaltung gemeinsam mit dem damaligen Chef der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) Vaclav Klaus, dem jetzigen Staatspräsidenten, gesungen.

Die ODS versucht unterdessen auch jetzt, bekannte und populäre Persönlichkeiten für den Wahlkampf zu gewinnen. Sie "jagt" beispielsweise im Revier der Fußball-Nationalmannschaft, wo sie eine vorläufige Zusage des besten Tor-Schützen der Europa-Meisterschaft in Portugal 2004, Milan Baros, erhalten habe. Wie aus ODS-Kreisen weiters verlautete, sei nun ein anderer Fußballer einverstanden - der Verteidiger Milan Ujfalusi, der auch versprochen habe, bei weiteren Kollegen in der Mannschaft nachzufragen.

Die ODS und CSSD sind die Hauptrivalen bei der bevorstehenden Parlamentswahl am 2. und 3. Juni. Laut der jüngsten Wählerumfrage des Meinungsforschungsinstituts SC&C mit 3.166 Befragten, dessen Ergebnisse "Mlada fronta Dnes" veröffentlichte, liegt die ODS klar an der Spitze mit 24 Prozent. Erst mit einem neunprozentigen Abstand folgt die CSSD - eine deutlich größere Differenz als bei bisherigen Wählerumfragen. Aus der Umfrage ging weiters hervor, dass fast ein Drittel - 32 Prozent - noch nicht wissen, welche Partei sie im Juni wählen würden.

Im Gegensatz zu den Partei-Präferenzen stehen die Sympathien gegenüber den Spitzenkandidaten der beiden Großparteien. 25 Prozent der Befragten würden Paroubek als Premier bevorzugen, während Topolanek 21 Prozent unterstützen. Für 19 Prozent sind "beide gleich" und die restlichen 35 Prozent wollen "keinen von ihnen" als Regierungschef haben, so die SC&C-Befragung. (APA)

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    Karel Gott will keine Partei unterstützen

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