"Internet aus der Steckdose" stört Funkdienste und Radioempfänger

23. Juni 2006, 18:00
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Powerline stört in Linz laut Verkehrsministerium Kurzwellenfunk - Streit findet kein Ende - Alternative Technologien wären vorhanden

Während die Linz AG in einer Presseaussendung berichtet, dass ihr Powerline-Netz (PLC, Internet aus der Steckdose) keinerlei Störungen verursacht, belegt das Verkehrsministerium (BMVIT) das angebliche Störpotenzial der Technologie mit entsprechenden Messprotokollen. Der Streit rund um die alternative Internet-Breitbandanbindung zieht sich nun schon über Jahre hinweg.

Ungeschirmte Stromleitungen

Mit PLC setzt die Linz AG eine Technologie für den Internetzugang ein, welche die ungeschirmten Stromleitungen und den Funkbereich der Kurzwelle nutzt. Seit Jahren gibt es nun Diskussionen um die durch dieses System verursachten Störungen im Kurzwellenfunkbereich. Nach zahlreichen Messungen, Bescheiden und Einsprüchen wurde die Linz AG im November 2005 in einem Bescheid aufgefordert, die Störungen bis Dezember 2005 zu beseitigen.

Keine Störungen

In einer aktuellen Aussendung berichtet die Linz AG nun, dass Powerline Notfunkdienste von Blaulichtorganisationen wie Rotem Kreuz, Polizei oder Feuerwehr nicht störe. Dieser Aussage widerspricht nun das BMVIT indem es auf die Messprotokolle von nachgewiesenen Störungen im Bereich von zwei bis 24 MHz verweist.

Keine Relevanz

Weiters führt das BMVIT an, dass die von der Linz AG angeführte Störungsfreiheit im VHF-Sprechfunkbereich (146 MHz bis 174 MHz) für die Störsituation im Kurzwellenfrequenzbereich nicht relevant sei und das Störpotenzial von Powerline nicht nur Teilnehmer von Not-, Sicherheits- und Rettungsfunkdiensten sowie Amateurfunkstellen, sondern auch den Kurzwellen-Rundfunkempfang erheblich beeinträchtige.

Opera einmal anders

Anfang 2004 startete mit Opera ("Open PLC European Research Alliance") auch ein EU-Projekt zum Thema PLC. Hiermit will die Europäische Kommission Powerline als eine weitere Säule neben DSL- und Kabelzugängen etablieren. Im Rahmen des Projektes, an dem sich auch die Linz AG beteiligt, wurden auch Spezifikationen entwickelt, mit deren Hilfe die Störungen im Kurzwellenbereich vermieden werden sollen. Diese kommen aber im Powerline-Netz noch nicht zum Einsatz.(APA)

  • Artikelbild
    foto: dap
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