Europäische Unternehmen in Kauflaune

19. Juni 2006, 14:29
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Der Übernahmehunger europäischer Unternehmen ist derzeit so groß wie nie zuvor: 20.000 Konzerne schlossen sich in den vergangenen zwölf Monaten zusammen

Mannheim - Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erreichte die Zahl der von Unternehmen aus der EU betriebenen Übernahmen und Fusionen in den vergangenen zwölf Monaten mit mehr als 20.000 einen Höchststand. Damit übertraf sie sogar den Boom der New Economy vor etwa fünf Jahren um mehr als das Doppelte. US-Unternehmen zeigten sich mit rund 10.000 Transaktionen dagegen deutlich zurückhaltender.

Der Wert der Deals liegt allerdings in der EU und den USA bei jeweils etwa 700 Milliarden Euro auf gleichem Niveau. Europäische Fusionen und Übernahmen seien daher im Schnitt nur halb so groß wie in den USA, erklärte das ZEW. Seit dem Jahr 2000 sei die Zahl der Transaktionen in den Vereinigten Staaten nur um 25 Prozent gestiegen, während sie in der Europäischen Union um mehr als 100 Prozent wuchs. Dies deute darauf hin, dass die europäischen Firmen eine andere Strategie verfolgten.

Megafusionen in den USA

Durch kleinere Akquisitionen versuchten die Unternehmen gezielt Wachstumspotenziale zu erschließen. Megafusionen kennzeichneten dagegen vor allem den Markt in den USA, den Firmen gehe es vor allem um das Erzielen höherer Marktmacht. Ein Ende dieser gegensätzlichen Trends sei bisher nicht erkennbar. (APA/AP)

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    Höchststand für Zahl an Transaktionen.

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