Verbot von Genraps GT73 in Österreich

21. Juli 2006, 16:14
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Pflanze wurde gentechnisch verändert auf Resistenz gegen bestimmte Pflanzenschutzmittel - Langzeitstudien fehlen

Wien - Das jüngst erlassene Importverbot des Genrapses GT73 wird vom Gesundheitsministerium unter anderem mit fehlenden Langzeitstudien zu den in der Pflanze gebildeten Proteinen begründet. Zudem könne sich die Pflanze auch in österreichische Rapskulturen auskreuzen.

GT73 dient vor allem für Biodiesel

GT73 wurde von der Europäischen Kommission vor allem zur Verwendung als Futtermittel und für die industrielle Verarbeitung, etwa zur Herstellung von Biodiesel, zugelassen. Eine einfache Mehrheit der Mitgliedstaaten hatte sich im Dezember 2004 dagegen ausgesprochen. Für eine Entscheidung braucht es allerdings eine qualifizierte Mehrheit, sonst entscheidet die EU-Kommission, die den Ölraps im August des Vorjahres zuließ.

Neue Überprüfungen

Das nun von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) erlassene Importverbot ist bis 31. Dezember 2008 befristet. Bis zu diesem Zeitpunkt solle die vorhandene wissenschaftliche Datenlage erneut überprüft werden.

Gentechnisch verändert

GT73 Raps wurde vom Hersteller Monsanto durch Insertion zweier Gensequenzen gentechnisch so verändert, dass er bei seinem Anbau gegen das Pflanzenschutzmittel Glyposphat resistent ist. Dies erlaubt es den Bauern, das ebenfalls von Monsanto produzierte Herbizid zur Unkrautbekämpfung einzusetzen, ohne dass dabei die Rapskultur selbst zu Schaden kommt.

Auskreuzungen

Aus wissenschaftlicher Sicht gebe es Grund zur Annahme, dass unabsichtliche Auskreuzungen von GVO-Raps entlang der Transportwege Straße, Schiene und Verladeplätze möglich sind, so das Gesundheitsministerium. Entsprechende Studien des Instituts für Naturschutz und Vegetationsökologie der Universität Wien würden dies nahe legen. Auch ein vom Umweltbundesamt (UBA) erstelltes Gutachten unterstreiche diese Argumentation. Darin wird auch die unzureichende Prüfung der Genrapssorte im Hinblick auf Toxizität und Allergenität kritisiert. Zudem fehlen Aufschlüsse über Probleme bei der genauen molekularen Charakterisierung der Rapssorte.

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